Renault-Chef Carlos Ghosn kann auf ein erfolgreiches 2010 zurückblicken. (Bild: Renault)

Renault-Chef Carlos Ghosn kann auf ein erfolgreiches 2010 zurückblicken. (Bild: Renault)

Die Ziele für 2011 stehen auch schon fest.

Die Renault Gruppe hat 2010 ihre Finanzergebnisse deutlich verbessert. Der Umsatz wuchs um 15,6 Prozent auf 38,971 Milliarden Euro. Die operative Marge stieg auf 1,099 Milliarden Euro oder 2,8 Prozent des Umsatzes, im Vergleich zu minus 396 Millionen Euro beziehungsweise minus 1,2 Prozent in 2009. „Diese Ergebnisse belegen, dass Renault im Jahr 2010 die Erwartungen mehr als erfüllt hat. Auch in sich unterschiedlich entwickelnden Märkten ist Renault in der Lage, Wachstumschancen zu ergreifen und dabei gleichzeitig seine Bilanzstruktur zu verbessern. Dies bildet eine verlässliche Basis für den Start unseres neuen Strategieplans“, sagte Carlos Ghosn, Präsident und Chief Executive Officer von Renault.

Die Automobilsparte hat zu diesem guten Ergebnis maßgeblich beigetragen und lieferte dank der hohen Verkaufserfolge in Wachstumsmärkten und dank steigender Marktanteile 37,172 Milliarden Euro des Gesamtumsatzes. Der Zuwachs von 16,3 Prozent ergibt sich in erster Linie aus dem höheren Verkaufsvolumen.

Die Automobilsparte erhöhte ihre operative Marge um 1,298 Milliarden Euro auf 396 Millionen Euro oder 1,1 Prozent des Umsatzes. 698 Millionen Euro ergaben sich aus dem höheren Volumen der guten Verkäufe aller drei Renault Marken (Renault, Dacia, Renault Samsung Motors) auf den Weltmärkten. Bessere Wechselkursbedingungen steuerten 288 Millionen Euro bei. Ein weiterer Effekt von 579 Millionen Euro ergab sich durch das Einsparen von Einkaufskosten – ohne Berücksichtigung der über das gesamte Jahr 2010 gestiegenen Rohstoffpreise.

Die Finanzsparte trug ein Rekordergebnis von 703 Millionen Euro zur operativen Marge bei, rund 197 Millionen davon aufgrund höherer Ertragsspannen und sinkender Risikokosten.

Die sonstigen operativen Einnahmen und Ausgaben ergaben eine Nettobelastung von 464 Millionen Euro, überwiegend bedingt durch Restrukturierungskosten und den Aufwand aufgrund der Abschreibung der Aktiva. Das Betriebsergebnis erhöhte sich insgesamt auf 635 Millionen Euro, im Vergleich zu minus 995 Millionen Euro in 2009.

Der Beitrag der verbundenen Unternehmen hat sich deutlich verbessert. Renault verzeichnet so im Jahr 2010 einen Nettogewinn von 1,289 Milliarden Euro durch das Ergebnis der verbundenen Unternehmen, hauptsächlich Nissan und AB Volvo.

Das Nettoergebnis beläuft sich auf 3,49 Milliarden Euro. Darin enthalten ist der Gewinn von zwei Milliarden Euro aus dem Verkauf von B-Aktien des Unternehmens AB Volvo im Oktober 2010. Das Nettoergebnis der Gruppe beläuft sich auf 3,42 Milliarden Euro (12,70 Euro pro Aktie).

Der positive Free Cash Flow der Automobilsparte erreichte 1,67 Milliarden Euro, deutlich mehr als erwartet. Zusammen mit den Einmalerlösen in Höhe von drei Milliarden Euro durch den Verkauf von Aktien von AB Volvo verringerte sich die Nettoverschuldung in der Automobilsparte signifikant um 4,486 Milliarden Euro auf nur noch 1,435 Milliarden Euro (Stand 31.12.2010). Die Netto-Verschuldungsrate lag Ende 2010 bei 6,3 Prozent im Vergleich zu 35,9 Prozent am Ende des Jahres 2009. Die Liquiditätsreserve in der Automobilsparte beträgt 12,8 Milliarden Euro, 3,3 Milliarden Euro mehr als Ende 2009. Diese Rekordliquidität wird Renault dazu verwenden, den verbliebenen Regierungskredit in Höhe von zwei Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen.

Der weltweite Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge dürfte  2011 um rund sechs Prozent wachsen: Die Märkte außerhalb Europas werden nach Einschätzung von Renault dabei ihre Wachstumsdynamik beibehalten, während sich der europäische Markt auf dem aktuellen Niveau konsolidieren wird (null bis minus zwei Prozent), trotz des Rückgangs von schätzungsweise acht Prozent in Frankreich. Vor dem Hintergrund der starken Modellpalette und der Einführung der ersten Elektrofahrzeuge erwartet Renault, die Absatzzahlen und Erlöse in 2011 zu erhöhen. Die Gruppe strebt 2011 einen positiven Free Cash Flow von mehr als 500 Millionen Euro an und Aufwendungen von neun Prozent des Umsatzes für Investitionen, Forschung und Entwicklung.