Reithofer i3 breit

Norbert Reithofer: "Wir haben unsere Produktionskapazitäten konservativ geplant und werden den i3 in die Märkte bringen, wo wir damit auch dank guter Rahmenbedingungen erfolgreich sein werden." - Bild: BMW Group

“Wir haben beispielsweise über 100.000 Anfragen für Probefahrten und bereits rund 10.000 Bestellungen allein in Europa”, sagte Reithofer dem “Münchner Merkur” (Dienstag). In den einzelnen Märkten gebe es allerdings große Unterschiede.

Große Unterschiede in den einzelnen Märkten

In Frankreich dürften in diesem Jahr insgesamt rund 10 000 Elektrofahrzeuge verkauft werden, in Deutschland aber nur etwa 4.000, erwartet Reithofer.

Größere Hoffnungen setzt der Vorstandsvorsitzende auf den US-Markt. In den USA könnten es sogar zwischen 60.000 und 90.000 Fahrzeuge sein, das sei “eine völlig andere Dimension”, sagte Reithofer. “Darauf werden wir uns einstellen. Wir haben unsere Produktionskapazitäten konservativ geplant und werden den i3 in die Märkte bringen, wo wir damit auch dank guter Rahmenbedingungen erfolgreich sein werden.”

Reithofer sieht gesetzlichen Mindestlohn kritisch

Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen in Berlin mahnte Reithofer, die Flexibilität am Arbeitsmarkt, beispielsweise durch Instrumente wie Leiharbeit, zu erhalten. “Tatsache ist, dass wir uns zukünftig auf ein viel volatileres wirtschaftliches Umfeld einstellen müssen. Wir sind mit einer unsicheren Weltwirtschaft konfrontiert – nicht nur in Europa. Auch deshalb wollen wir uns unseren Flexibilitätssockel nicht nehmen lassen.”

Auch einen gesetzlichen Mindestlohn sieht Reithofer kritisch. Zwar wäre BMW davon nicht direkt betroffen, weil dort höhere Löhne gezahlt werden. “Aber wir müssen in Deutschland nicht nur über Großunternehmen nachdenken, sondern über den gesamten Arbeitsmarkt”, sagte Reithofer. “Es gibt viele Kleinbetriebe und Branchen, für die es hart wäre, wenn von heute auf morgen ein Mindestlohn eingeführt würde.”

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dpa/Münchner Merkur/Guido Kruschke