Georg Duffner

Georg Duffner: Die Röchling-Gruppe profitiert von der starken Nachfrage insbesondere in China und anderen Schwellenländern. - Bild: Röchling

So steigerte man den Umsatz im ersten Quartal um 22,8 Prozent auf insgesamt 293,9 Millionen Euro (Vorjahr: 239,4 Millionen Euro). Die anhaltend guten Zukunftsaussichten kennzeichnet ein Zuwachs des Auftragseingangs um 22,2 Prozent auf 313,8 Millionen Euro. (256,7 Millionen Euro im 1. Quartal 2010). Im Geschäftsbereich Automobil-Kunststoffe verbesserte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14,6 Prozent, bei den Hochleistungs-Kunststoffen sogar um 30,9 Prozent.

„Wir bewegen uns mitten in einem Wachstumsschub“, begründete Georg Duffner, Vorsitzender der Geschäftsführung, den guten Start ins Jahr 2011. „Die Röchling-Gruppe profitiert von der starken Nachfrage insbesondere in China und anderen Schwellenländern. Um von den Chancen weltweit weiterhin zu profitieren, hat für uns das Thema internationale Expansion erste Priorität.“

So nimmt die Gruppe dieses Jahr ihr fünftes Werk in China – Standort ist Chengdu, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Sichuan, und ihre siebte Produktionsstätte in den USA (Akron/Ohio) in Betrieb. Eine weitere Fertigungsstätte baut die Röchling-Gruppe gerade im rumänischen Pitesti. Duffner: „Erzielte die Röchling-Gruppe vor zehn Jahren noch 67 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland, erwarten wir für das Jahr 2014, dass zwei Drittel unseres Umsatzes auf das Ausland entfallen.“

Die internationale Automobilzuliefererindustrie erholte sich vom gravierenden Konjunktureinbruch des Jahres 2009 erstaunlich schnell. So erreichte der weltweite Umsatz der Branche im Jahr 2010 nahezu wieder das Vorkrisenniveau. Im Zuge der guten Marktentwicklung steigerte der Geschäftsbereich Automobil-Kunststoffe den Umsatz um 15,8 Prozent auf 473,7 Millionen Euro. Besonders hoch waren die Wachstumsraten in China und den USA.

Die Investitionen des Geschäftsbereichs Automobil-Kunststoffe blieben mit 16,1 Millionen Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (15,9 Millionen Euro). Der Schwerpunkt lag hier insbesondere auf dem Kapazitätsausbau. So wurde etwa in Worms eine neue Produktionshalle zur Fertigung von Leichtbauteilen errichtet. Weil das Geschäft in China auf Hochtouren läuft, erweiterte die chinesische Tochtergesellschaft in Suzhou ihre Kapazitäten und zog in eine neue Produktionshalle um.

Trotz der guten Entwicklung ist der Blick in die Zukunft nicht ungetrübt; die Branche sieht sich neuen Risiken ausgesetzt. Der riesige Automobilmarkt Chinas gewinnt zwar rasant an Bedeutung, jedoch klagen viele Zulieferer über eine finanziell angespannte Situation aufgrund hoher Expansionskosten zur Stärkung der Präsenz in diesem Markt. Zudem leidet die Branche unter kräftigen Preissteigerungen für die Rohstoffe. Die chinesische Regierung führte die Konjunkturförderung zwar seit Anfang des Jahres weiter fort, kündigte jedoch zum Jahresende an, die Zulassung neuer Personenwagen vom Jahr 2011 an stärker zu reglementieren.