Torsten Müller-Ötvös, Rolls-Royce

Rolls-Royce-CEO Torsten Müller-Ötvös: Der Einbruch des chinesischen Marktes hat die Marke massiv belastet. Bild: Rolls-Royce

"Ich bin vorsichtig optimistisch", sagte er im Interview mit Dow Jones Newswires auf dem Genfer Automobilsalon. Dabei setzt er insbesondere auf das neue Modell Dawn, das bald an die Kunden ausgeliefert wird. Im vergangenen Jahr hatte der britischen Marke insbesondere der chinesische Markt zu schaffen gemacht.

"Wir werden im ersten Quartal weniger Fahrzeuge verkaufen als im Quartal zuvor", kündigte der Manager an. Denn Rolls-Royce habe ein neues Technik- und Logistikcenter aufgebaut, gleichzeitig sei die Produktion des Dawn angelaufen. Die rückläufigen Verkäufe zu Beginn des Jahres haben nach Aussage des Markenchefs demnach "technische Gründe".

Zu Beginn des vergangenen Jahres war Müller-Ötvös zunächst davon ausgegangen, den Absatz weiter steigern zu können, "um mindestens ein Fahrzeug", wie er vor einem Jahr sagte. Der Einbruch des chinesischen Marktes traf die Luxusmarke jedoch massiv. "China hat sich in einer Art und Weise entwickelt, damit haben wir natürlich nicht gerechnet". Die eigenen Verkäufe seien dort um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Einen Teil des Volumens habe man umgeschichtet, aber ganz ginge das bei dem Einbruch nicht. "Das letzte, was wir machen, ist irgendwelche Autos in den Markt zu pressen", sagte der Manager. Im Jahr 2015 war der Absatz um knapp 7 Prozent auf 3.785 Autos gesunken.

So wie der Markt nach unten gegangen sei, so werde er aber auch irgendwann mal wieder nach oben gehen, zeigte sich Müller-Ötvös zuversichtlich. "Das dauert aber natürlich ein bißchen". Vorher sei China immer der zweitgrößte Markt für die BMW-Tochter gewesen, das werde in diesem Jahr nicht mehr so sein. Dennoch werde sich China weiter stabilisieren und normalisieren, glaubt der Manager. Auch im Gespräch mit Händlern zeige sich wieder eine zuversichtlichere Stimmung.

Die USA würden in diesem Jahr sicher wieder der größte Markt für Rolls-Royce, "auch weil der Dawn dort seinen Schwerpunkt hat", sagte Müller-Ötvös. Die ersten Autos des neuen Cabrios würden im April ausgeliefert. Nach seinen Worten ist das Modell "hervorragend" im Markt angekommen. Derzeit habe das Cabrio Lieferzeiten von knapp einem Jahr. Zudem habe man mit dem Cabrio die wichtige Zielgruppe der Frauen stärker erreicht. Bei den Modellen Wraith und Ghost seien derzeit rund 15 Prozent der Käufer Frauen, mit dem Dawn werde der Anteil steigen, zeigte sich der Marken-Chef überzeugt.

Europa entwickle sich gut, der Heimatmarkt England sei "stabil". "Russland ist unverändert ein guter Markt für uns", sagte Müller-Ötvös. Auch in Asien, insbesondere in Japan und Korea, sehe er gutes Potenzial. Der Mittlere Osten sei dagegen durch den niedrigen Ölpreis und politische Unruhen keine "im Aufschwung befindliche Region".