Rolls-Royce_Cullinan_SUV

Ab in die USA: Vor allem aus den Staaten wird hoher Ordereingang für den Rolls-Royce SUV gemeldet. Bild: Rolls Royce

| von Frank Volk

Tatsächlich. Es gibt noch Themen aus der britischen Autoindustrie, die nichts mit "Brexit" und "Krise" zu tun haben. Wobei die News, die jetzt von der BMW-Edeltochter Rolls Royce über den Kanal schwappten, schon auch krisenhaft sind - wenngleich im positiven Sinne.  

In Goodwood ist es derzeit vorbei mit der britischen Gelassenheit. Grund: wie erwartet lässt sich die vermögende Kundschaft vom Startpreis in Höhe von 315.000 Euro nicht schrecken und greift beim ersten SUV im Modellprogramm der britischen Edelmarke zu. Folge: Obwohl man in Erwartung des Erfolgs die Belegschaft im Werk Goodwood bereits um 200 Mitarbeiter erhöht hat, übersteige die Zahl der eingehenden Bestellungen deutlich die Anzahl der Fahrzeuge, die man im Werk produzieren könne. Vor allem aus den USA gebe es sehr hohe Nachfrage, bestätigte Martin Fritsches, CEO Rolls-Royce Motor Cars Americas, gegenüber Automotive News. Wie Fritsches sagte, laufe die Fertigung unter Volllast. Gerne würde man noch mehr Fahrzeuge bauen, es seien aber alle Möglichkeiten ausgereizt. Interessante Einblicke gab der Manager auch zur Kundenstruktur. So hätte die Hälfte der nordamerikanischen Cullinan-Käufer bereits einen Rolls-Royce in der Garage, bei der anderen Hälfte handle es sich um Neukunden.

Wenig überrascht vom Erfolg des drei Tonnen schweren und 5,34 Meter langen Luxus-Geländegängers zeigen sich die Experten von IHS Markit. Analyst Ian Fletcher geht davon aus, dass im laufenden Jahr  etwa 1.600 Einheiten des Cullinan verkauft werden. Damit ist dem SUV heute schon der Rang als meistverkauftes RR-Modell sicher. Allerdings: viel höher wird der Cullinan-Absatz laut IHS Markit nicht steigen. Die stressigen Zeiten im Werk Goodwood dürften indes weiter gehen, erwarten die Marktexperten auch für den im Jahr 2020 kommenden Rolls-Royce Ghost hohe Nachfrage - und das ganz unabhängig vom Ausgang des Brexits.