Rolls-Royce Wraith breit

Besonders gut lief es für Rolls-Royce im Mittleren Osten und China. Hier verkaufte die britische Edelschmiede 17 Prozent beziehungsweise elf Prozent mehr Luxuskarossen als im Vorjahr. - Bild: Rolls-Royce

Auf einigen Absatzmärkten sahen die Briten starkes Wachstum und auch der Ausbau der Modellpalette hat die Nachfrage angetrieben. Der 110 Jahre alte britische Traditionsautobauer verkaufte im vergangenen Jahr 3.630 Fahrzeuge, während der Absatz 2012 noch bei 3.575 Autos lag.

Besonders gut lief es im Mittleren Osten und China. Hier verkaufte das Unternehmen 17 Prozent beziehungsweise elf Prozent mehr Luxuskarossen als im Vorjahr. Allerdings sieht Rolls-Royce wie auch der Wettbewerber Bentley neben China auch die Vereinigten Staaten als nach wie vor wichtigsten Markt an. Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf zufrieden und sagte, Rolls-Royce habe ein starkes Jahr hingelegt und sei nach wie vor die Speerspitze im absoluten “Superluxusmarkt”.

Bei Rolls-Royce umfasst das Superluxussegment Karossen, die über 200.000 Euro kosten. “Wir sind zwar froh, dass wir mehr Autos verkaufen. Aber wir sind kein Volumenhersteller und wollen exklusiv bleiben”, so die BMW-Tochter weiter und unterstrich abermals die Verpflichtung zum Erhalt der Produktion in Großbritannien, wo alle drei Baureihen gebaut werden. In dem Hauptwerk im britischen Goodwood will das Unternehmen nun die Mitarbeiterzahl um 100 Festangestellte aufstocken. Erst im letzten Sommer kündigte Rolls-Royce die Einstellung von 100 Mitarbeitern an.

Edelschmiede will sich mit Luxus-SUV Zeit lassen

Die anhaltenden Investitionen der ausländischen Muttergesellschaften in die britischen Autobauer zeigt, dass die Hersteller auf der Insel nachhaltig auf dem Erholungspfad sind. Erst am Mittwoch kündigte die zu Volkswagen gehörende Luxusautoschmiede Bentley an, übernächstes Jahr den ersten SUV auf den Markt zu bringen. Volkswagen hatte im Juli grünes Licht für die Serienfertigung gegeben. Damit stoßen die Briten in einen der am schnellsten wachsenden Sektoren des Automarktes vor und treten direkt gegen den Heimatkonkurrenten Jaguar Land Rover an. Die Tochter der indischen Tata Motor hatte vor über einem Jahr ein Luxus-SUV auf den Markt gebracht. Bentley mit Sitz in Crewe will für die Expansion in den kommenden drei Jahren 1.000 Mitarbeiter einstellen.

Auch Rolls-Royce will sich beim Thema SUV nicht abhängen lassen, sieht aber keinen Grund zur Eile. “Der Bereich Luxus-SUV ist ein interessantes und stabiles Segment, doch wir müssen schauen, ob es zu unserer Marke passt”, sagte Müller-Ötvös in einem Interview mit dem Wall Street Journal. “Rolls-Royce besticht aus der Tradition heraus nicht durch Sportlichkeit. Wir müssen sehen, welchen Charakter ein solches Auto haben und wie es aussehen könnte”, so Müller-Ötvös weiter. Eine endgültige Entscheidung über ein Luxus-SUV dürfte dauern und könnte erst in Jahren getroffen werden.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke