Eine der wichtigsten Entwicklungen sei der Wechsel zum Dreischichtbetrieb in den USA. 41 Prozent der Autowerke in den Vereinigten Staaten arbeiten bereits nach diesem System. Mehr Schichten in den Werken, aber auch mehr Modelle sorgen für kreativere und bessere Lösungen. Andere Hersteller wie Toyota bleiben allerdings bei ihrem bewährten Zweischichtbetrieb.

Die vielen Rückrufe der letzten Zeit überschatten allerdings die Fortschritte der letzten Jahre, die in den Fabriken gemacht wurden. Nach wie vor wird die Qualität und Performance der Zulieferer Thema der Zukunft bleiben. Einige Autobauer werden auch weiterhin mit der Produktlancierung zu kämpfen haben, während sie gleichzeitig mit einem Absatzzahlenrückgang zu kämpfen haben.

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Allgemein sei jedoch eine deutliche Verbesserung der Produktionsperformance in den Werken weltweit festzustellen. Die Unterscheidungsfaktoren zwischen den Fabriken seien vor allem in der Konstruktion und Machbarkeit in der Fertigung zu finden. “Optimal wäre, wenn es möglichst schwer für den Mitarbeiter ist, einen Fehler zu machen”, fasst es Ron Harbour zusammen.

Außerdem sei es wichtig, das Augenmerk auf eine hohe Qualität gleich zu Produktionsbeginn zu legen. Auch sei eine intelligente Logistik und Materialzulieferung entscheidend für den Erfolg. Weitere Einflussfaktoren für eine gelungene Produktion sind laut Harbour die Anzahl der Produktvarianten, Entwicklungen und Anpassungen im Engineeringprozess und Produktlancierungen. Einen hohen Automatisierungsgrad sieht Harbour eher kritisch. Das sei nicht das Allheilmittel. Automatisierung und die Einbindung des Menschen in die Produktion müsste besser ausbalanciert sein.

Als wichtigen Zukunftstrend sieht Harbour die Integration von IT-Systemen. Deswegen müssten Autofachleute und IT-Experten noch enger zusammenarbeiten.

Nach all den Jahren in der Automobilindustrie-Szene wundert sich der amerikanische Brancheninsider immer noch über manche Ideen der Autobauer. So hält er es für absurd, dass ein Hersteller 10 verschiedene Design-Varianten für das Gaspedal anbietet: “Die Hersteller sollten sich besser auf das Wesentliche konzentrieren.” Aber die perfekte Fabrik gebe es ohnehin nicht, vielmehr gebe es einen ständigen Verbesserungsprozess.

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Gabriel Pankow