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Nach Kündigung des Standortsicherungsvertrags droht in Wuppertal ab 1. Januar 2014 ein massiver Stellenabbau mit betriebsbedingten Kündigungen. - Bild: Schaeffler

Die weltweiten Überkapazitäten bei Großlagern etwa für Druck- und Papiermaschinen hätten zu einem Preisverfall in diesem Marktsegment geführt – das Werk sei dadurch nicht mehr ausreichend ausgelastet, die Produktionskosten seien zu hoch, teilte ein Schaeffler-Sprecher am Montag in Schweinfurt mit.

Zudem sei die Nachfrage nach Großlagern für Windkrafträder eingebrochen, die ebenfalls in Wuppertal produziert würden. “Die Erwartungen und optimistischen Planungen der Märkte für Großlager insgesamt haben sich leider nicht erfüllt und werden sich auf lange Sicht nicht so entwickeln, wie es in den Jahren 2007 und 2008 prognostiziert wurde”, betonte der Firmensprecher.

Schaeffker kündigt Vertrag zur Standortsicherung

Der Wälzlagerhersteller mit Sitz in Herzogenaurach hat daher den mit der IG Metall abgeschlossenen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung vorzeitig zum Jahresende gekündigt. Ursprünglich hatte Schaeffler den Beschäftigten bis 2016 einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zugesagt. Inzwischen habe die Unternehmensführung Gespräche mit Gewerkschaften und Betriebsrat aufgenommen, “um Kapazitäten und Kostenstrukturen im Werk Wuppertal an die schwache Nachfragesituation nach Großlagern anzupassen”, heißt es in einer Mitteilung.

Am vergangenen Donnerstag hatte Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung noch an Gesellschafterin Maria-Elisabeth-Schaeffler appelliert, die 1.500 Arbeitsplätze im Schaeffler-Werk in Varresbeck zu erhalten. Und auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hat sich noch einmal für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt.

Doch diese Hoffnungen wurden jetzt herb enttäuscht. Schaeffler hat die Ankündigung wahr gemacht und den Ergänzungstarifvertrag mit Beschäftigungssicherung bis 2016 jetzt fristgerecht gekündigt. Damit sind mindestens 750 Jobs ? und damit die Hälfte der Schaeffler-Arbeitsplätze in Wuppertal ? in akuter Gefahr.

Auch am Stammsitz stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel

Schaeffler-Arbeitsplätze sind auch im unterfränkischen Schweinfurt bedroht. Der Autozulieferer will seine dortige Radlagerproduktion in den kommenden drei Jahren ins Ausland verlegen. Damit seien 876 Arbeitsplätze in Gefahr, hatte das Unternehmen bereits im Juni bekanntgegeben.

Grund für die Verlagerung sei auch hier der extreme Kosten- und Wettbewerbsdruck. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass eine wirtschaftliche Fertigung von Radlagern und auch anderen Automotive-Produkten am Standort Schweinfurt nicht mehr möglich sei, hatte es geheißen.

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dpa/Westdeutsche Zeitung/Guido Kruschke