Mercedes GL breit

Krise hin, Krise her: Vom Mercedes GL möchten die Russen nicht lassen, was den Stuttgartern Wachstum gegen den Trend beschert. Bild: Daimler

In den ersten neuen Monaten sackte der von der politischen Krise um die Ukraine und hausgemachte wirtschaftliche Probleme gebeutelte russische Pkw-Markt um 12,7 Prozent auf unter 1,7 Millionen verkaufte Fahrzeuge ab. Dabei gibt die Gesamt-Prozentzahl nur unzureichend das Absatzchaos bei den einzelnen Marken wieder. Laut Zahlen des auf die Autoindustrie spezialisierten russischen Marktforschungsinstituts Autostat liegt die Spreizung bei den Absatzzahlen der 30 meistverkauften Automarken zwischen -40 und +20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei überwiegt die Zahl der Verlierer die der Gewinner mit 24:6 bei weitem.

Lediglich sechs Marken unter den Top 30 können zulegen, am deutlichsten Lexus mit 18,9 Prozent, Nissan (+12,2 Prozent), Mazda (12,2 Prozent) Land Rover (+4,4 Prozent) und Toyota (+0,3 Prozent). Stark der Auftritt von Mercedes. Die Stuttgarter liegen mit +13,7 Prozent auf dem zweiten Platz im Gewinner-Ranking. Mercedes-Absatztreiber in Russland sind derzeit GLK, E-Klasse und GL.

Sechs Hersteller können die Verluste auf unter 10 Prozent eindämmen, darunter Skoda (-2 Prozent) und Audi (-4,7 Prozent), für die anderen Marken geht es teils dramatisch in den Keller. Fast die Hälfte seines Absatzes büßte mit -42,4 Prozent Ford ein, unwesentlich besser liegen Peugeot (-40,5 Prozent) und Suzuki (-36,9 Prozent). Nur ein schwacher Trost dürfte für VW (-19,5 Prozent) sein, dass der deutsche Rivale Opel mit -20,9 Prozent nach neun Monaten noch schlechter da steht. Die Opel-Schwester Chevrolet ging sogar um 29,6 Prozent unter. Karl-Thomas Neumann, als GM-Europa-Chef auch für die Geschäfte in Russland zuständig, hat auf die miserable Absatzentwicklung bereits reagiert und die Fertigung in St. Petersburg auf 1-Schicht-Betrieb herunter gefahren. Auch Ford und VW haben in diesem Jahr bereits mehrfach die Produktion gedrosselt. Die russische Brot-und Butter-Marke Lada büßt 17,8 Prozent ein. Im September wurde der freie Fall der Russen durch die Abwrackprämie etwas gebremst.

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Frank Volk