Victor Muller

Victor Muller wird sich Gedanken machen müssen, wie er den schwer angeschlagenen Autobauer aus Schweden mit seinen Finanzpartnern wieder an die Gewinnzone heranfährt. - Bild: Saab

Wie das “Handelsblatt” in seiner Dienstagsausgabe berichtet, fuhren die angeschlagenen Schweden im vergangenen Jahr einen Verlust von 3,1 Milliarden Kronen (340,6 Millionen Euro) ein. Der Umsatz lag bei 6,3 Milliarden Kronen. Insgesamt konnte das Anfang 2010 vom US-Konzern General Motors an den holländischen Sportwagenhersteller Spyker verkaufte Unternehmen nur 28.284 Wagen verkaufen. 2009 fand das Unternehmen 39.700 Käufer, ein Jahr zuvor sogar 93.000.

Finanzierung muss stehen

Die Zahlen gehen aus dem Jahresbericht hervor, der am Dienstag bei der Steuerbehörde eingereicht wurde. Die Revisoren von Ernst & Young bemerken in ihrem Bericht, dass der weitere Betrieb von Saab davon abhängig ist, dass das Unternehmen die “erforderliche Finanzierung” sicherstelle. Ansonsten sei die weitere Produktion „unsicher“.

Hoffnung auf ein Weiterkommen machte am Montag die Meldung, dass die beiden chinesischen Investoren, der Autohändler Pang Da und der Auto-Produzent Youngman Lotus, bindende Verträge über die Bereitstellung von insgesamt 245 Millionen Euro unterzeichneten. Bevor das dringend benötigte Geld in am Saab-Hauptsitz in Trollhättan eintrifft, müssen allerdings noch die chinesischen Behörden dem Investment zustimmen. Zudem erteilte die Europäische Investitionsbank (EIB) ebenfalls am Montag die Genehmigung für den Teilverkauf von Fabrikanlagen in Trollhättan. Durch den Verkauf nimmt Saab weitere 255 Millionen Kronen ein. Das Unternehmen will die Gebäude wieder zurück mieten.

Doch genau so wichtig wird sein, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Sollte die Produktion in Trollhättan wieder anlaufen können, müssen die Fahrzeuge auch ihre Abnehmer finden. Weitere Zuschussgeschäfte können sich weder Eigner noch Investoren leisten.