Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurden die Saarbrücker Rechtsanwälte Udo Gröner, Heimes & Müller, sowie Jean-Olivier Boghossian, Schultze & Braun, bestellt, die ihre Arbeit in Wadern-Büschfeld aufgenommen haben und in Kooperation mit der Geschäftsleitung der SaarGummi Gruppe sowie einem Vertreter der großen Automobilkunden (OEM) über die für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs erforderlichen Sofortmaßnahmen entschieden.

„Priorität hat für uns zunächst die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und eine möglichst reibungslose Belieferung der Kunden aus der Automobilindustrie“, sagte Udo Gröner. „Wir haben uns deshalb zunächst um diejenigen Entscheidungen gekümmert, die sicherstellen, dass die Unternehmensgruppe mit Zwischenprodukten beliefert wird und somit fertige Ware an die Kunden ausliefern kann“, sagte ergänzend Jean-Olivier Boghossian. Die OEM werden die Fortführung des Geschäftsbetriebs aktiv unterstützend begleiten.

Indes hört man Medienberichten zufolge von ungewöhnlichen Reaktionen des Betriebsrats. Wie das Handelsblatt berichtet,  soll Betriebsratschef Arno Dühr gesagt haben, dass aus Sicht des Betriebsrats die Insolvenz eine Chance sei. Das Blatt zitiert Dühr folgendermaßen: „Der Betriebsrat geht davon aus, dass man hierdurch die Schuldigen der Misere, den Finanzinvestor Odewald & Compagnie sowie wesentliche Teile der Geschäftsführung, los wird.“

Für die Mitarbeiter kam es unter der Führung von Odewald & Compagnie zu mehreren Einsparrunden. Hunderte Arbeitsplätze wurden gestrichen, die Belegschaft nahm für das Überleben ihres Unternehmens massive Einschnitte bei Lohn und Gehältern hin, schreibt das Handelsblatt und zitiert die CDU-Landtagsabgeordnete Helma Kuhn-Theis mit den Worten: „Man konnte manchmal den Eindruck gewinnen, als sei der Niedergang gewollt“, und weiter „Die Insolvenz ist wirklich nicht die schlechteste Lösung. Schlimmer wäre es, wenn dieser Investor und diese Geschäftsführung bleiben würden.“