Mercedes-Stern

Glänzende Aussichten: Daimler erwartet deutliche Zuwächse bei Absatz, Umsatz und EBIT aus dem laufenden Geschäft. Bild: Daimler

Der Autobauer Daimler fährt dank neuer Modelle und Kostendisziplin weiter satte Gewinne ein. Im zweiten Quartal 2014 stieg das operative Ergebnis (Ebit) aus dem laufenden Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

 

Der Gewinn unter dem Strich ging zwar um mehr als 50 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zurück – das liegt jedoch daran, dass ein Sondereffekt Daimler im zweiten Quartal des vergangenen Jahres Milliarden in die Kasse gespült hatte. Der Umsatz wuchs indes um 6 Prozent auf 31,5 Milliarden Euro. Bei den Schwaben läuft derzeit ein Sparprogramm, das sich ab 2015 noch stärker beim Ergebnis bemerkbar machen soll.

Im Dreikampf mit BMW und Audi will der Autobauer Daimler in den nächsten Monaten die Schlagzahl erhöhen. In der zweiten Jahreshälfte solle der Gewinn aus dem laufenden Geschäft höher liegen als in den ersten sechs Monaten, sagte Finanzchef Bodo Uebber am Mittwoch zur Zahlenvorlage für das zweite Quartal. Daimler hatte dank seiner neuen S-Klasse das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen April und Juni um 12 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro gesteigert. Für das erste Halbjahr kommen die Stuttgarter damit auf 4,54 Milliarden Euro.

Unter dem Strich blieben im zweiten Quartal nach Minderheiten auch dank eines Bewertungseffekts bei der Beteiligung am US-Elektropionier Tesla 2,1 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte der Verkauf der restlichen Airbus-Anteile (ehemals EADS) den Überschuss auf über 2,8 Milliarden Euro gehoben.

Sparprogramm

Bei den Schwaben läuft derzeit ein Sparprogramm durch mehrere Geschäftsbereiche, das bis Ende des Jahres insgesamt 4 Milliarden Euro einspielen soll. Die Sparmaßnahmen sollen dann 2015 voll im Ergebnis wirksam werden. “Wir werden sie strukturell absichern und konsequent ausbauen”, kündigte Daimler-Chef Dieter Zetsche an. An der Prognose für das laufende Jahr, nach der sowohl Umsatz als auch Ergebnis deutlich zulegen sollen, halten die Schwaben fest.

Im Gegenzug für Zugeständnisse der Mitarbeiter plant Daimler nach Zeitungsinformationen offenbar Milliarden-Investitionen in drei deutsche Standorte. Wie das Handelsblatt (Mittwoch) unter Berufung auf Konzernkreise berichtete, sollen in den kommenden Jahren drei Milliarden Euro in die Standorte Sindelfingen, Stuttgart-Untertürkheim und Gaggenau fließen. Dafür verlange das Unternehmen aber ein Entgegenkommen der Beschäftigten, wie etwa längere Arbeitszeiten. Mit Einsparungen bei den Lohnkosten möchte der Konzern demnach die Kosten über das bisher bekannte Maß hinaus senken – um rund zwei Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren.

Mercedes-Benz Cars

Mercedes-Benz Cars erzielte im zweiten Quartal einen Rekordabsatz und habe von der weltweit ausgewogenen Absatzstruktur profitiert. Die Pkw-Verkäufe stiegen um drei Prozent auf 418.700 Einheiten. Daimlers Pkw-Sparte habe sich im europäischen Marktumfeld sehr gut behauptet und konnte in fast allen Märkten Marktanteile hinzugewinnen. In den USA, dem größten Absatzmarkt, war das Geschäftsfeld mit 81.900 abgesetzten Fahrzeugen erfolgreicher als je zuvor und wuchs im Vorjahresvergleich um 7 Prozent. In China setzte das Unternehmen den Wachstumskurs fort und steigerte den Absatz um 13 Prozent auf 68.100 Fahrzeuge.

Dieter Zetsche

Dieter Zetsche blickt optimistisch in die Zukunft. Bild: dpa

Der durch die weltweite Verfügbarkeit der S-Klasse höherwertige Modell-Mix führte zu einem im Vergleich zum Absatz überproportionalen Umsatzanstieg um neun Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. Das EBIT des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Cars lag im zweiten Quartal 2014 mit 1.409 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 1.041 Millionen Euro. Die Umsatzrendite verbesserte sich deutlich auf 7,9 Prozent (i. V. 6,4 Prozent).

Die Ergebnisentwicklung des größten Geschäftsfelds des Daimler-Konzerns war im Wesentlichen auf das weitere Absatzwachstum vor allem in China und USA zurückzuführen. Hohe Nachfrage besteht sowohl nach der S- und E-Klasse als auch der erweiterten Kompaktwagen-Palette und ermöglicht Mercedes-Benz Cars eine bessere Preisdurchsetzung.

Zudem wirkten sich Effizienzmaßnahmen aus dem Programm “Fit for Leadership” positiv auf das Ergebnis aus. Dagegen belasteten die Aufwendungen im Zuge der Einführung neuer Modelle, für Kapazitäts-erweiterungen, für Vorleistungen für neue Technologien sowie Wechselkurseffekte das Ergebnis.

Investitions- und Forschungstätigkeit

Der Daimler-Konzern hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 2,1 (i. V. 2,1) Milliarden Euro in Sachanlagen investiert. Der größte Anteil entfiel mit 1,6 (i. V. 1,6) Milliarden Euro auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars. Der Schwerpunkt der Sachinvestitionen lag bei der Produktionsvorbereitung für die neuen Modelle, insbesondere der neuen C-Klasse-Familie, des CLA Shooting Brake, der neuen Modelle von AMG und smart sowie Investitionen für neue Getriebe und Motorvarianten. Zudem investierte Daimler in den Ausbau der internationalen Produktions- und Komponentenwerke.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen beliefen sich im ersten Halbjahr auf 2,7 (i. V. 2,7) Milliarden Euro. Rund zwei Drittel der Forschungs- und Entwicklungsleistungen wurden im Segment Mercedes-Benz Cars erbracht. Schwerpunkte waren neue Fahrzeugmodelle, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonende Antriebe sowie neue Sicherheitstechnologien.

Bei den Forschungs- und Entwicklungsleistungen erwartet Daimler einen leichten Anstieg zum Vorjahreswert von 5,5 Milliarden Euro. Wesentliche Projekte sind die Nachfolgemodelle der E-Klasse und M-Klasse sowie die nächste Kompaktwagengeneration.

Zukunftsaussichten

Auf Basis der Planungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2014 deutlich gesteigert werden kann. Nach dem absatzstärksten ersten Halbjahr der Unternehmensgeschichte geht Mercedes-Benz Cars davon aus, auch im Gesamtjahr 2014 beim Absatz deutlich zuzulegen und abermals einen Verkaufsrekord zu erzielen.

Nach dem Marktstart der C-Klasse Limousine und des kompakten SUV GLA in Europa will Mercedes-Benz die Modelloffensive in den kommenden Monaten und den nächsten Jahren fortführen. Die anstehende Markteinführung der C-Klasse Limousine in den volumenstarken Märkten USA und China soll abermals für einen deutlichen Wachstumsschub sorgen.

Mercedes C-Klasse T

Die C-Klasse soll für einen weiteren Wachstumsschub sorgen. Bild: Daimler

Dieser soll durch das T-Modell der C-Klasse noch verstärkt werden, sobald es im September auf den europäischen Markt kommt. Ab Herbst erweitert Mercedes-Benz das Luxussegment um das S-Klasse Coupé. Im Juli feierten die neuen Modelle des smart fortwo und smart forfour ihre Weltpremieren, die Fahrzeuge werden im November auf dem Markt verfügbar sein.

Die Rivalen Audi und BMW haben noch keine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt.

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dpa-AFX/Daimler/gp