Schaeffler, das INA-Stammwerk in Herzogenaurach.

Schaeffler, das INA-Stammwerk in Herzogenaurach.

Die GmbH fungiere als Management-Holding für das operative Geschäft und die Beteiligungen INA, FAG und LUK sowie der Continental AG, teilte das Unternehmen mit. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die die Vorstufe zu einer AG sein dürfte, ist noch zu 100 Prozent im Besitz der Schaeffler-Familie und wird von einem mitbestimmten Aufsichtsrat aus 20 Mitgliedern beaufsichtigt.

Nach langen Vorbereitungen hat die Inhaber-Familie damit nun zumindest die Firmen-Holding umgewandelt. Es gebe zwar noch keinen vorgefertigten Plan für den Zusammenschluss mit Conti, hieß es in Schaeffler-Kreisen. Es eröffneten sich aber neue Möglichkeiten. „Es ist natürlich leichter, zwei Kapitalgesellschaften zu fusionieren als eine Kapital- und eine Personengesellschaft, berichtet etwa das Handelsblatt.

In den 20-köpfigen Aufsichtsrat ziehen für die Kapitalseite neben den Eigentümern Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler unter anderem Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger, Metro-Chef Eckhard Cordes, Ex-Schering-Chef Hubertus Erlen, Ex-VDA-Präsident Bernd Gottschalk, der Webasto-Vorstandsvorsitzende Frank Josef Kortüm und Adidas-Finanzchef Robin Stalker ein. Wer der Vorsitzende werden soll, ließ Schaeffler gestern offen. Es wird aber damit gerechnet, dass Georg Schaeffler den Posten übernimmt. In der Branche wird zudem Erlen als möglicher Chefkontrolleur genannt, hieß es in dem Bericht der Wirtschaftszeitung.

Die Umwandlung sei ein weiterer „großer, wichtiger Schritt“ nach der gelungenen Refinanzierung im vergangenen Jahr. Es sei ein klares Bekenntnis, dass es die Familie ernst meine mit ihren Versprechen. Es gebe einen klaren Fahrplan, der nun umgesetzt werde. Die Übernahme des dreimal größeren Konkurrenten hatte den verschwiegenen Konzern Schaeffler in Existenzschwierigkeiten gebracht.

Mit der Umwandlung in eine GmbH gibt Schaeffler nun dem Druck von Gläubigerbanken nach, die mehr Transparenz wollen. Zudem drängt die IG Metall auf mehr Mitsprache.

„Die Umstrukturierung in eine Kapitalgesellschaft ist für uns ein sehr bedeutsamer Schritt in Richtung Kapitalmarkt“, sagte Gesellschafterin Maria-Elisabeth Schaeffler. Der von ihr angesprochene strategische Spielraum ist wichtig, weil die Gruppe wegen der teuren Conti-Übernahme mit rund acht Milliarden Euro hoch verschuldet ist.