Schäffler Firma

Schäffler will sich von bis zu 30 Millionen Continental-Aktien trennen. - Bild: Schäffler

Wie heute bekannt wurde, sollen über die Investmentbank Goldman Sachs bis zu 30 Millionen Aktien des hannoverschen Automobilzulieferers, die derzeit bei den Privatbanken M. M. Warburg und Metzler geparkt sind, in einem beschleunigten Verfahren bei Investoren platziert werden. Die Nettoerlöse will Schaeffler zur Rückzahlung von Schulden der Schaeffler Holding verwenden.

Conti, so die Pläne, werde durch den steigenden Streubesitz und die voraussichtlich höhere Liquidität in der Aktie nach der Platzierung ein aussichtsreicher Kandidat für die Wiederaufnahme in den DAX30 sein.

Das Aktienpaket hat einen aktuellen Börsenwert von etwa 1,8 Milliarden Euro. Zugleich übernimmt der Herzogenauracher Konzern 15 Millionen geparkte Continental-Aktien in den eigenen Besitz. Damit hält man künftig direkt und indirekt 60 Prozent an Continental, aktuell sind es noch 75 Prozent. Weiter teilte man mit, dass sich an den neuen Beteiligungsverhältnissen in den nächsten zwölf Monaten nichts ändern wird. Seinen direkten Anteil an Conti will Schäffler von 42 Prozent auf 49,9 Prozent erhöhen.

David schluckte Goliath?

Mit dem Erlös aus dem Aktienverkauf soll ein Teil der Schulden zurückgezahlt werden. Das Familienunternehmen verspricht sich zudem einen größeren Spielraum für seine künftige Entwicklung in Form von besseren Konditionen und längeren Laufzeiten für die bestehenden Kredite.

Den weiteren Plänen des Wälzlagerkonzerns zufolge soll die Schaeffler GmbH noch im Jahresverlauf 2011 in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt werden. Auf dieser Basis prüfe man weiter alle strategischen Optionen, um die Zusammenarbeit mit der Continental AG zu intensivieren, so die Franken abschließend.

Im August 2008 hatte man die Mehrheit an dem dreimal so großen Autozulieferer aus Hannover übernommen. Kurz darauf brach die weltweite Wirtschaftskrise aus, Schäffler geriet ob der Übernahme in große Bedrängnis und kämpft seitdem um den Abbau des milliardenschweren Schuldenbergs.

Per Ende September 2010 hatte Schaeffler seine Verbindlichkeiten bei den Banken von sieben Milliarden Euro auf 5,8 Milliarden Euro gesenkt. Das waren jedoch nur die Darlehen, die auf dem operativen Geschäft lasten. In der darüber angesiedelten Schaeffler-Dachgesellschaft standen seinerzeit weitere fünf Milliarden Euro an Schulden zu Buche – für die die Herzogenauracher weder Zinsen noch Tilgungen zahlen.

Dow Jones Newswires/gk