Zum 1. Februar wird die Schaeffler KG in die Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG umgewandelt. (Bild: Schaeffler)

Zum 1. Februar wird die Schaeffler KG in die Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG umgewandelt. (Bild: Schaeffler)

Auf dem Weg zu einer kapitalmarktfähigen Gesellschaft hat die Schaeffler Gruppe ihre operativen Aktivitäten in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt. Der Wälzlagerhersteller aus Herzogenaurach teilte am Montag mit, dass die Schaeffler KG zum 1. Februar in die Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG umgewandelt wird. Hinter der Schaeffler KG stehen die zwei operativen Aktivitäten von FAG und INA, während die dritte Gesellschaft Luk bereits eine GmbH ist.

Laut der “FAZ” steht hinter diesem Vorgang mehr als nur ein Etikettenwechsel. Denn damit wird ein weiterer Baustein für eine neue, kapitalmarktfähige Gesamtstruktur der Schaeffler Holding mit allen operativen Aktivitäten und mit Beteiligungen gelegt, zu der die 42,2 Prozent an dem Automobilzulieferer Continental AG aus Hannover gehören; indirekt kommen die bei den Banken M. M. Warburg und Metzler geparkten beziehungsweise verpfändeten Conti-Anteile von jeweils 16,5 Prozent hinzu.

Offiziell hatte Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger vor einer Woche gesagt, dass das fränkische Unternehmen bis Ende dieses Jahres eine kapitalmarktfähige Struktur haben würde. Wie zu hören ist, soll diese aber deutlich früher, womöglich schon zur Jahresmitte weitgehend umgesetzt sein. Dennoch zeichnet sich ab, dass eine Integration von Conti und Schaeffler erst frühestens 2011 beginnen kann.

Unklar bleibt, ob die Schaeffler Holding eine AG werden soll wie es bei Conti der Fall ist oder aber eine KGaA. Offiziell macht das Unternehmen keine weiteren Angaben zum Zeitplan. Denn es müssen noch eine Fülle von Themen – neben der Art der Rechtsform auch die Frage der Mitarbeiterbeteiligung und der Mitbestimmung – geklärt werden.

Zunächst sollen nämlich alle Strukturen der Schaeffler Holding so entwickelt werden, dass sie mit denen einer börsennotierten Continental im Gleichklang ist, angefangen beim Berichtswesen bis hin zur Außendarstellung der bislang verschwiegenen Familiengesellschaft. Erst wenn solche Strukturen eingezogen sind, könnte eine Zusammenführung auf den Weg gebracht werden.

Derweil wird es damit unwahrscheinlicher, dass auf der Holdingebene einer kapitalmarktfähigen Schaeffler tatsächlich noch Investoren einsteigen könnten. Darauf lassen auch Andeutungen von Finanzvorstand Klaus Rosenfeld schließen. Die erfolgreiche Plazierung der Kapitalerhöhung von Conti zeige, dass die Investoren in dem Zusammenschluss beider Gesellschaften eine industrielle Logik sehen würden. Daher könne er, Rosenfeld, sich vorstellen, dass die Investoren auch bei einer späteren Kombination beider dabei sein wollten. Die Zeit drängt mit den getroffenen Refinanzierungen ohnehin nicht mehr. Schaeffler hat mit seinen Gläubigerbanken Mitte vergangenen Jahres eine Lösung bis 2015 gefunden. Und die verfolgte Kapitalmarktfähigkeit einer Holding sowie der operativen Gesellschaft Schaeffler Technologies hat den Vorteil, dass die fast 12 Milliarden Euro ausmachende Verschuldung auf beide Gesellschaften aufgeteilt werden können. Das erleichtert das Abtragen der Schuldenlast.

Geregelt werden muss auch die Mitbestimmung in einer neuen Kapitalgesellschaft auf Holdingebene, um auch dort einen Gleichklang zu Conti herzustellen,. Außerdem hatten Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg als Eigentümer zugesagt, die Mitarbeiter zu beteiligen. Im Gespräch waren einmal zehn Prozent.