SEAT: Dreigleisige Strategie mit Elektrifizierung, Erdgas und Verbrennungsmotoren

Auf der Bilanz-PK verkündete SEAT eine dreigleisige Strategie mit Elektrifizierung, Erdgas und Verbrennungsmotoren. Bild: Habrich-Böcker

SEAT ist genauso hipp wie Barcelona, der Standort der spanischen VW-Marke. Die Käufer sind die jüngsten in Europa. Nun hat SEAT auch noch eine eigene Marke Cupra aus der Taufe gehoben. Eine Marke, die nicht nur die höchste Marge im Portfolio abliefert, sondern auch ein ideales Versuchslabor ist.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Es geht um SEAT:  Das ist die Marke, die jahrelang für Verluste im Verbund der VW-Töchter sorgte und an deren Turnaround zahlreiche Topmanager gescheitert sind. Dann kam Jürgen Stackmann und lieferte die Vorlage für die Wende, die Luca de Meo ins Ziel brachte. 2015 stand erstmals ein Gewinnplus in der Bilanz, dass seitdem immer neue Höhen erreicht.

Damit das so bleibt, wird kräftig investiert. Zehn Prozent des Umsatzes flossen im vergangenen Jahr flossen allein in das FuE-Budget. Seat verfügt aktuelle über eine junge Modellpalette. Der Cash-Flow ist mit einer Milliarde Euro im komfortablen Bereich, der Einstieg in das SUV-Segment ein Erfolgsgarant. Martorell ist zu 95 Prozent ausgelastet, Wartezeiten von drei bis vier Monaten zur Normalität geworden. Das ist ein Luxusproblem, sagt Luca de Meo. Der Ateca mit 79.000 Einheiten im ersten vollen Kalenderjahr. Das übertrifft alle Erwartungen. Auch der neue Arona, seit fünf Monaten Markt hat sich jetzt schon 20.900 mal verkauft Nun ergänzt Ende des Jahres noch der Seat Tarraco das SUV-Angebot. Der Erfolg wird auch durch ein gestiegenes Einkaufsvolumen: 2017 gab Seat für Zulieferungen 2.214,7 Millionen Euro aus. Im Vorjahr lag der Wert noch bei rund 1.6 Millionen Euro. Dabei wurde effizient gearbeitet, zu sehen am sinkenden Rohmaterialeinkauf.

Damit sind die Expansionspläne noch lange nicht durch. Demnächst fertigt man den Audi A1 bei SEAT und die Getriebefertigung wird ausgebaut. Neue Märkte sollen erschlossen werden, Produktionen in Nordafrika und Mexiko stehen auf dem Prüfstand. Ein Markteintritt in China ist zunächst einmal vom Tisch. Aufgrund der Joint-Venture-Politik scheiterte ein Joint Venture mit JAC beim Thema Elektroautomobile. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. SEAT liefert im ersten Schritt Know-how, statt Autos. Immerhin.