SGL Carbon breit

Der Graphitspezialist SGL Carbon einen deutlichen Einbruch beim Ergebnis hinnehmen. - Bild: SGL Carbon

Der Konzern hat derzeit in allen Geschäftsbereichen mit Gegenwind zu kämpfen. Im Geschäft mit Graphitelektroden macht den Wiesbadenern die schwache Nachfrage der Kunden aus der Stahlindustrie und ein scharfer Wettbewerb aus Asien zu schaffen, der für Preisdruck sorgte.

Schwache Nachfrage und scharfer Wettbewerb machen dem Unternehmen zu schaffen

Das stark konjunkturzyklische Geschäft mit Graphitspezialitäten befindet sich in einer Abschwungphase. Es leidet weiter unter der rückläufigen Nachfrage aus der Solar-, Halbleiter- und LED-Industrie und in anderen industriellen Anwendungen. Die Carbonfasersparte muss sich mit Auftragsverzögerungen und hohen Entwicklungsvorleistungen herumschlagen.

Für die Monate Juli bis September musste SGL Carbon einen operativen Verlust (EBIT) von 23,8 Millionen Euro ausweisen. Im Vorjahr war noch ein operativer Gewinn von 6,2 Millionen Euro erzielt worden. Für die ersten neun Monate summiert sich der operative Verlust, der von hohen Restrukturierungsaufwendungen geprägt ist, auf 151,4 Millionen Euro, nach 76 Millionen Euro operativem Gewinn im Vorjahr. Unter dem Strich weist der Konzern für das dritte Quartal einen Verlust von 34,8 Millionen Euro aus. Im Neunmonatszeitraum schwoll der Nettoverlust auf 278 Millionen Euro an. Auch die Erlöse konnten sich dem schwierigen Geschäftsumfeld nicht entziehen. In den ersten neun Monaten fielen sie um 4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück.

Im Gesamtjahr rechnet SGL Carbon weiter damit, dass das operative Ergebnis (EBITDA) um 50 bis 60 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 240 Milliionen Euro liegen wird. Die Ergebnisprognose hat SGL Carbon in diesem Jahr bereits zweimal nach unten angepasst.

Sparprogramm soll den Konzern wieder auf Kurs bringen

Der Konzern hat bereits ein massives Sparprogramm angekündigt und erste Maßnahmen schon auf den Weg gebracht. So soll das kanadische Graphitelektrodenwerk in Lachute das etwa 30.000 Tonnen Graphitelektroden produziert, geschlossen werden. Möglicherweise wird in Europa noch ein weiterer Standort für Graphitelektroden aufgegeben. In der Sparte mit Graphitspezialitäten (GMS) sollen etwa arbeitsintensive Produktionschritte an kostengünstigere Standorte wie Polen, China oder Indien verlagert werden. Für Carbonfasergeschäfte wie die im Flugzeugeschäft tätige Tochter Hitco sucht SGL Carbon nach einem Partner.

Bis Ende 2015 sollen die Kosten im Konzern insgesamt um rund 150 Millionen Euro gesenkt werden. Ein Betrag von 50 Millionen Euro will SGL Carbon noch in diesem Jahr realisieren. Dabei steht neben dem Produktionsnetzwerk auch das Produktportfolio auf dem Prüfstand. Möglich ist auch eine Einstellung oder ein Verkauf von Randaktivitäten. Weitere Kostensenkungen sollen mit einer Verschlankung der Organisationsstrukturen erreicht werden.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke