Robert Köhler

Robert Köhler: SGL Carbon plant ein organisches Wachstum von mehr als zehn Prozent auch in den Folgejahren. - Bild: SGL Carbon

Der Konzernüberschuss lag bei 52,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 60,8 Millionen Euro im Vorjahr, wie der MDAX-Konzern aus Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 16 Prozent auf 128 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt jedoch mit 133 Millionen Euro gerechnet. Alle drei Geschäftsfelder konnten von der wirtschaftlichen Erholung profitieren.

Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zu und traf damit die Marktprognose. SGL hatte die eigene Jahresprognose angesichts der guten Geschäftsentwicklung im November angehoben und ging seither von etwa zehn Prozent Wachstum beim Umsatz sowie einem Anstieg des EBIT von fast 20 Prozent aus.

Im laufenden Jahr will SGL den Umsatz um mindestens 10 Prozent und das EBIT auf 150 bis 165 Millionen Euro ausbauen. Mehr als zehn Prozent organisches Wachstum sind auch in den Folgejahren geplant. Bis 2015 sollen die Einnahmen des Wiesbadener Konzerns rund 2,5 Milliarden Euro erreichen.

Das Wachstum soll vor allem von dem spätzyklischen Geschäft mit Graphitspezialitäten (GMS-Sparte) sowie der Sparte Carbonfasern & Composites (CFC) getragen werden. CFC, bislang die kleinste Sparte, soll bis 2015 die Umsatzmarke von einer Milliarden Euro knacken, stellte Robert Koehler in Aussicht. Der Vorstandsvorsitzende teile heute auf der Bilanzpressekonferenz weiter mit, dass er seinen Vertrag um drei Jahre verlängert hat.

Die Aktionäre will das Unternehmen nach 13 Jahren ohne Ausschüttung wieder an der guten Geschäftsentwicklung teilhaben lassen. Das Unternehmen stelle möglicherweise für 2011, spätestens jedoch für 2012 eine ertragsabhängige Dividende in Aussicht. “Das Thema ist akut”, sagte Robert Köhler nun am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. SGL Carbon hatte zuletzt für das Jahr 1997 eine Dividende von 2,35 DM je Aktie ausgeschüttet.

Anfang März hatte die Volkswagen AG ihren Einstieg mit knapp 8,2 Prozent bei SGL Carbon bekannt gegeben. Der Einstieg hatte Rätselraten bei Investoren und Analysten ausgelegt. Sie fragten sich, ob Europas größter Autokonzern sich angesichts stetig verschärfter Emissionsgesetze und der Entwicklung von Elektroautos einen Zugriff auf den unverzichtbaren Leichtbau sichern oder nur Geld anlegen will.

Laut Analysten hat VW nun einen Fuß in Tür, sollten Kohlenstofffasern der Baustoff für die Generation der Elektroautos werden. SGL sei der einzige Hersteller von Kohlestoff-Fasern für den Fahrzeugbau in Europa, weltweit gebe es acht.

Robert Koehler, Vorstandsvorsitzende SGL Carbon, hat seinen Vertrag um drei Jahre verlängert. Das teilte das Unternehmen bei der Bilanzpressekonferenz mit.

Dow Jones Newswires/gk