Erich Sixt

Erich Sixt will auch in Europa an die Spitze.

Deutschlands größter Autovermieter ist Erich Sixt bereits. Doch Sixt ist nie zufrieden, wie der Firmenpatriarch oft und gerne betont. In den kommenden fünf Jahren will er mit seinem Konzern die Rivalen von Europcar, Avis und Hertz auch in Europa überholen. «Und Sixt ist bekannt dafür, seine Ziele zu erreichen», sagte der Firmenchef am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München.

Große Übernahmen strebt er aber nicht an und auch große Risiken will er nicht eingehen. Das gilt auch für den vorsichtigen Angriff, den Sixt im hartumkämpften US-Markt auf die Konkurrenz fährt. «Wir suchen die Herausforderung, aber nicht das Abenteuer», sagte Sixt, der an diesem Samstag 67 Jahre alt wird. So aggressiv und frech die Werbung ist, so zurückhaltend will Sixt neue Märkte erobern.

«In den USA kann man als Autovermieter sehr viel Geld verdienen, aber ebenso auch verlieren», sagte Sixt. Trotzdem: der Markt ist riesig, allein in Florida, wo Sixt mit einer Station am Flughafen von Miami beginnt, ist das Vermietgeschäft mit einem Marktvolumen von rund drei Milliarden Dollar ungefähr so groß wie der deutsche Markt – ein verlockendes Ziel, das Sixt eigentlich seinen Nachfolgern überlassen wollte. «Aber da habe ich mich wohl selbst überholt.»

Sixt bleibt bis 2016 Vorstandschef

Auch in den kommenden Jahren wird er das neue US-Geschäft nicht seinen Nachfolgern überlassen. Der Aufsichtsrat verlängerte kurz vor der Versammlung den Vertrag des Vorstandschefs um weitere fünf Jahre. Bereits seit 1969 steht Sixt an der Spitze der 1912 gründeten Firma. Seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1986 ist er Vorstandsvorsitzender der Sixt AG, die er zum Marktführer in Deutschland machte – und die weiter wachsen soll.

Dabei ist die schiere Größe des Unternehmens für Sixt nicht die wichtigste Kennzahl. Am Ende zähle, was unter dem Strich stehe, sagte Sixt. Nach diesem Grundsatz hat sich der Konzern in den vergangenen Jahren von einigen Geschäften getrennt, die zwar Umsatz brachten, aber nur wenig Gewinn. Bisher geht das Prinzip Erlös vor Ertrag auf.

Nach einer Delle im Krisenjahr 2009 hat Sixt im vergangenen Jahr den Gewinn unter dem Strich auf 70,7 Millionen Euro fast versiebenfacht. Der Umsatz hingegen ging leicht um 4 Prozent zurück. Man sei, sagt Sixt stolz, deutlich profitabler als die Rivalen.

Das freut die Aktionäre – und Sixt selbst, dessen Familie über eine Gesellschaft 58,6 Prozent am Unternehmen hält. Immerhin 1,40 Euro pro Stammaktie schüttet Sixt für 2010 als Dividende aus, also rund 13 Millionen Euro für Sixt selbst – über sein Gehalt schweigt der Unternehmer.

dpa/Guido Kruschke