Renault Carlos Ghosn China

Renault-Boss Carlos Ghosn (2.v.r.) eröffnet das neue Werk des französischen Autobauers in China. Bild: Renault

Die erste Produktionsstätte des Autobauers im Reich der Mitte hat eine Kapazität von 150.000 Einheiten pro Jahr. Die Fertigung des Kadjar ist in Wuhan bereits angelaufen. Doch die Werkseröffnung kommt in einer Zeit, in der das grenzenlose Wachstum für internationale OEMs in der Volksrepublik eigentlich schon zu Ende ist. Die große China-Euphorie ist verflogen.

Carlos Ghosn scheint das, allerdings kaum zu interessieren. Der Renault-Boss erklärte bereits am Rande der IAA 2015, dass der französische Autobauer noch jede Menge Absatzpotential in China habe. Schließlich sei die Marke derzeit noch auf dem größten Automarkt der Welt so gut wie gar nicht präsent.

Beleg dafür: 2015 setzte Renault gerade einmal 34.000 Autos im Reich der Mitte ab. Da der Hersteller bis vor kurzem noch keine eigene Produktion in der Volksrepublik unterhielt, mussten die Fahrzeuge aus französischen und südkoreanischen Werken importiert werden. Die hohen Importzölle, welche die chinesische Regierung erhebt, sind eine Verkaufsbremse.

Besserung scheint nun in Sicht. Jaques Daniel, CEO des Dongfeng Renault Joint Ventures, gab sich während der Werkseröffnung äußerst zuversichtlich: “Wir kommen spät, aber mit dem richtigen Produkt.” Schließlich sei ein Ende des SUV-Booms in China nicht in Sicht. Mit dem Kadjar glaubt Renault, den richtigen Pfeil im Köcher zu haben um beim Absatz ins Schwarze zu treffen. In einem Presse-Statement erklärt der OEM, dass der Kadjar, unter anderem dank Allrad, Extra-komfortablen Fahrwerk und großem Sonnendach die perfekten Zutaten habe, um chinesische Kunden zu überzeugen.

Doch die 2.000 Arbeiter im chinesischen Renault-Werk sollen nicht nur den Kadjar montieren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll noch in diesem Jahr ein D-Segment-Crossover in der neuen Fabrik vom Band laufen. Laut Einschätzung von IHS Automotive wird es sich dabei höchstwahrscheinlich um den Espace handeln. Damit nicht genug. Darüber hinaus soll nämlich ab 2017 die Elektrolimousine Fluence hier lokal produziert werden.

Die Kapazitäten sind vorhanden. Schließlich gibt es laut Jaques Daniel in dem Werk Platz für eine zweite und dritte Fertigungslinie. Infolgedessen sei auch ohne weiteres eine Verdopplung oder gar Verdreifachung der Produktionszahlen vorstellbar. Ob das reicht, um die ambitionierten Ziele Carlos Ghosn zu erreichen? Der Manager strebt für die Marke Renault mittelfristig einen Marktanteil von 6 Prozent an.

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Gabriel Pankow