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S&P senkt den Ausblick für japanische Autobauer auf negativ. - Bild: GK

Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s droht damit, die Kreditwürdigkeit von Toyota, Honda, Nissan sowie dreier Zulieferer zu senken, sollten sich die Produktionsausfälle bis ins kommende Jahr hinziehen.

Eine schlechtere Rating-Note bedeutet üblicherweise, dass ein Unternehmen höhere Zinsen für Kredite berappen muss.

S&P senkte den Ausblick für die Autobauer und -zulieferer von “stabil» auf “negativ”. Die Hersteller leiden seit der Katastrophe unter Teilemangel und Stromknappheit. Selbst im Ausland stehen die Werke vielfach still, weil der Nachschub aus der Heimat ausbleibt. Die S&P-Experten schätzen, dass die Produktion in der japanischen Autobranche derzeit nur auf halber Kraft läuft. Erst um den Oktober herum, so schätzen sie, dürften die Probleme weitgehend überwunden sein.

An der Börse in Tokio zählten Autowerte am Dienstag zu den größten Verlierern: So sanken Toyota um 2,44 Prozent und Honda um 1,61 Prozent. Das wichtigste japanische Börsenbarometer, der Nikkei-Index für 225 führende Werte, ging mit einem Minus von 113,27 Punkten oder 1,17 Prozent aus dem Handel und schloss bei 9558,69 Punkten. Die Tageszeitung “Nikkei Business Daily” geht auf Basis eigener Berechnungen davon aus, dass wegen der im März gewaltig gestiegenen Produktionskosten infolge der Katastrophe deutliche Umsatzeinbußen zu befürchten sind.

Der weltgrößte Autobauer Toyota hatte bereits angekündigt, wohl erst im November oder Dezember zur Normalität zurückzukehren. Einige Analysten fürchten, dass der Konzern wegen der Ausfälle seine Führungsposition in der Branche an General Motors oder Volkswagen verlieren könnte. In die gleiche Kerben schlagen auch die S&P-Experten: Die japanischen Hersteller könnten Marktanteile verlieren und auch auf längere Sicht im Wettbewerb schlechter dastehen, schrieben die Experten.

Gleichwohl sehen die S&P-Analysten keinen Grund, jetzt schon die Kreditwürdigkeit der Autofirmen zu senken. Die Unternehmen stünden finanziell wesentlich solider da als im Krisenjahr 2008; viele hätten soviel Geld in der Kasse wie nie zuvor. Zudem sei vor allem in Nordamerika und in den Schwellenländern die Nachfrage nach Autos anhaltend hoch und die Hersteller hätten die Chance, im zweiten Halbjahr bei der Produktion etwas aufzuholen.

So erwartet Nissan im Mai wieder 90 Prozent des vor der Krise geplanten heimischen Produktionsniveaus. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, will der Konzern dann knapp 80.000 Fahrzeuge produzieren, 85.000 waren ursprünglich geplant. Bei der Überseeproduktion rechnet Nissan im Mai mit 240.000 Fahrzeugen, 270.000 waren ursprünglich geplant.

dpa/Guido Kruschke