Ferdinand Piech breit

Ferdinand Piech gerät wegen seines vermeintlich doppelten Spiels im Macht mit VW-Konzernchef Winterkorn erneut in die Kritik. Bild: Archiv/dpa

Im VW-Machtkampf hat nun der Spiegel nachgelegt. Demnäch gäbe es Aussagen von namentlich nicht genannten Mitglieder des Aufsichtsrats, die Piëch als Chef des Kontrollgremiums nicht mehr für tragbar halten. Sie werfen Piëch vor, er arbeite entgegen seinen Beteuerungen weiter an einer Ablösung von Konzernchef Winterkorn.

Gipfel der Vorwürfe: Kurz nachdem auch Piëch die nach harter Diskussion beim Treffen in Salzburg zustande gekommene Erklärung des Aufsichtsratspräsidiums abgesegnet hatte, in der Martin Winterkorn als “bestmöglicher” Konzernchef bezeichnet wurde, habe der VW-Patriarch, so Spiegel, Porsche-Chef Matthias Müller gebeten, sich für den Wechsel auf die Position des Vorstandsvorsitzenden bereitzuhalten. Das stelle einen klaren Verstoß gegen den Beschluss des Aufsichtsratspräsidiums dar.

Nicht zuletzt durch dieses Manöver sei das Dementi Piëchs wonach er nicht die Ablösung Winterkorns betreibe unglaubwürdig. Dass Piëch unmittelbar nach dem mühselig gefundenen Burgfrieden weiter zündle, sorge in der Belegschaft und beim Management für Entsetzen.

Nach Einschätzung des Branchenexperten Stefan Bratzel müsse der gegenwärtige Machtkampf bei VW zügig beendet werden. “Der VW-Konzern kann sich einen Machtkampf nicht lange leisten, wenn man nicht im Wettbewerb zurückfallen möchte”, sagte Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach, am Freitag der dpa. Volkswagen habe in den vergangenen zehn Jahren eine enorme Leistungsstärke entwickelt und stehe im Branchenvergleich trotz einiger Schwachpunkte derzeit noch sehr gut da. “Durch den Machtkampf werden die enormen Erfolge des einstmaligen Duos Winterkorn und Piëch ein Stück weit diskreditiert.”

In ähnlicher Weise hat sich am Freitag auch der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapiere (DSW), Ulrich Hocker geäußert. Er sagte gegenüber der dpa der insgesamt noch erfolgsverwöhnte Autobauer müsse aufpassen, sein Kapital bei kleineren Aktionären, aber auch bei vielen Beschäftigten nicht zu verspielen: “Es ist ja klar, dass nun nicht nur 600.000 Mitarbeiter erst einmal den Atem anhalten. Natürlich sieht man eine Verunsicherung.”

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fv/dpa