Ferrari F12 Berlinetta

Ferraris neuer F12 Berlinetta gehörte 2012 zu den Topsellern der italienischen Sportwagenschmiede. - Bild: Ferrari

Die starke Nachfrage nach Luxus-Sportwagen, wie dem neuen Zwölfzylinder F12 Berlinetta, kurbelte die Verkäufe an. Es zeigt sich damit wieder einmal, dass die Reichen ihr Geld auch weiterhin gern ausgeben, der wirtschaftlichen Unsicherheit zum Trotz. “2012 war ein Rekordjahr für Ferrari, das Beste in seiner 66-jährigen Geschichte”, teilte das Unternehmen mit.

Kunden aus Kanada und USA sorgen für Rekordabsatz

Der Sportwagenbauer, der zu 90 Prozent zu Fiat gehört, verdiente 2012 mit 244 Millionen Euro knapp 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs um acht Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Insgesamt wurden 7.318 Exemplare des Luxussportwagen an die Kunden übergeben, ein Plus von 4,5 Prozent.

Wer einen Ferrari sein Eigen nennen will, muss mehr als 100.000 Euro auf den Tisch blättern. Das taten im vergangenen Jahr vor allen Kunden in Kanada und den USA, die den Italienern insgesamt über 2.000 Fahrzeuge abnahmen – gut 15 Prozent mehr als 2011.

In Europa verzeichnete die Fiat-Tochter in Großbritannien das stärkste Wachstum, dort legte der Absatz um ein Fünftel auf 673 Sportwagen zu. In Deutschland lag das Plus bei 8,2 Prozent auf 750 Exemplaren. Auch in China, Hongkong und Taiwan – Märkten mit einer wachsenden Zahl vermögender Autoliebhaber – setzte das Unternehmen mit 784 Autos vier Prozent mehr ab.

Heimatmarkt bleibt weiter auf Talfahrt

Ganz ungetrübt war der Höhenflug allerdings nicht. Im kriselnden Heimatmarkt Italien musste Ferrari wegen der schwachen Wirtschaft und höheren Steuern auf Luxuswagen seiner Klasse einen Einbruch um 60 Prozent verzeichnen – und erinnerte den Konzern daran, dass die anderen, preiswerteren Fiat-Marken nicht nur in Italien, sondern auch anderswo in Europa mit schwachen Absätzen zu kämpfen haben.

Der Fiat-Konzern konnte im vergangenen Jahr nur dank der guten Geschäfte seiner US-Tochter Chrysler und sprudelnden Gewinnen in Übersee schwarze Zahlen schreiben. Um künftig in Europa kein Geld mehr zu verlieren, arbeitet Fiat derzeit an einem Plan, um seine Fabriken in Italien für die Produktion von Premiummarken wie Maserati und Alfa Romeo für den Export zu nutzen. Dafür soll auch Ferrari eingespannt werden – die Tochter soll bei der Entwicklung von Antriebssträngen für diese beiden Marken helfen.

Auch der Ferrari-Konkurrent Lamborghini, eine Marke der Volkswagen AG, hat ein starkes Jahr hinter sich. Der Absatz legte um 30 Prozent auf 2.083 Fahrzeuge zu. Hier kam das stärkste Wachstum mit 53 Prozent aus den USA, Lamborghini führt einen Teil des Erfolgs auf den neuen Aventador LP 700-4 zurück.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke