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Auch bei Renault ist Krisensitzung auf höchster Ebene angesagt. Für Verstimmung sorgt das Vorhaben des Staates, den Einfluss beim Autokonzern zu erhöhen. Bild: Renault

Über die Sondersitzung des Vorstandes berichtet Dow Jones Institutional News. Unter Berufung auf Unternehmnskreise schreibt die Agentur, dass die Ankündigung von Wirtschaftsminister Emmanuel Marcon, den bisherigen Anteil von 15 Prozent auf nahe 20 Prozent anzuheben, für die Vorstandsmitglieder “ein Schock” und “eine Überraschung” für die Vorstände gewesen sein. Problemtisch sei das Vorhaben mit Blick auf Allianzpartner Nissan. Die Japaner halten bislang – wie der französische Staat – 15 Prozent, haben allerdings keine Stimmrechte.

Der französische Staat nimmt sich bei dem Vorhaben offenbar das VW-Gesetz zum Vorbild. Laut Finanzministerium will Frankreich bis zu 14 Millionen Aktien oder 4,73 Prozent hinzu kaufen. Der Wert der Papiere bewege sich zwischen 814 Millionen und 1,23 Milliarden Euro. Mit dem Kauf steigt der Anteil des französischen Staats an Renault auf 19,7 Prozent.

Damit ähnelt die künftige Renault-Aktionärsstruktur in einem wichtigen Punkt dem großen Rivalen Volkswagen. Bei den Wolfsburgern ist das Land Niedersachsen seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Anteilseigner. Das Land hält zwar nur 12,7 Prozent des gezeichneten Kapitals, verfügt aber über 20 Prozent der Stimmrechte. Damit hat Niedersachsen eine Sperrminorität, kann also bei wichtigen Entscheidungen ein Veto einlegen.

Auf diese Form der Einflussnahme scheint man bei Renault keinen Wert zu legen – was auch mit der Historie zu tun hat. Unter der Fuchtel des Staates war der Autobauer an die Grenze zur Pleite geschlittert, erst als sich Renault Mitte der 90er Jahre unter Louis Schweitzer der staatlichen Fesseln weitgehend entledigte und dieser die Allianz mit Nissan einfädelte, ging es für die Franzosen aufwärts.

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fv