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Die Europäische Kommission prüft derzeit weitere Einspaziele bis 2025 – zusätzlich zum Ziel von 95 Gramm CO2 je Kilometer, die Pkw-Flotten ab 2015 maximal ausstoßen dürfen. Bild: stockWERK – Fotolia.com

“Weitere deutliche CO2-Einsparungen lassen sich nur durch einen breiten Einsatz alternativer Antriebstechnologien erreichen”, sagte Machnig in Brüssel bei der Vorlage der Studie “CO2-Emissionsreduktion bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach 2020″ in Brüssel.

Noch strengere Zielvorgaben müssten auch Rahmenbedingungen wie die Kostenentwicklung bei Batterien oder den Ausbau der Ladeinfrastruktur berücksichtigen. Machnig forderte daher von der EU-Kommission für die Zeit nach 2020 ein Konzept, das auch Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität umfasst.

Nach der europäischen CO2-Gesetzgebung dürfen Pkw-Flotten seit diesem Jahr im Schnitt maximal 130 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen, von 2021 an gelten 95 Gramm als Höchstwert. Die EU-Kommission prüft weitere Einsparziele bis 2025.

Um die Flottenziele zu erreichen, bringen die Hersteller neben Autos mit sparsameren Verbrennungsmotoren auch Elektro- oder Hybridfahrzeuge auf den Markt. Doch bislang sind E-Autos teuer, auch die geringere Reichweite und die fehlende Lade-Infrastruktur schrecken mögliche Käufer ab: 2014 wurden in Deutschland nur 8522 E-Autos zugelassen – bei insgesamt 3,04 Millionen Neuwagen.

Zwar seien nach der Studie weitere deutliche Emissionssenkungen technisch möglich. Sie stellen aber wirtschaftlich eine große Herausforderung dar, sagte Machnig. Denn alternative Antriebstechnologien wie Plug-In-Hybride und reine Batteriefahrzeuge seien auf absehbare Zeit noch mit deutlichen Mehrkosten verbunden, die der Neuwagenkäufer zahlen müsse.

Die Studie stellt unterschiedliche Szenarien auf und analysiert, ob hybride Technologien für die privaten und gewerblichen Endkunden wirtschaftlich werden könnten. Die Ergebnisse sind je nach Szenario sehr unterschiedlich. So wurde beispielsweise bei einem angenommenen Zielwert in Höhe von 68 g CO2/km für das Jahr 2025 unter Annahme eines kostenoptimalen Technologiemix ein Herstellkostenanstieg in Höhe von 3.200 bis 4.100 Euro je Fahrzeug berechnet. Der sich daraus ergebende Endkundenlistenpreis würde sich für die Endkunden jedoch nicht vollständig durch Einsparungen bei den Unterhaltskosten amortisieren, so dass der Zielwert ohne weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in den betrachteten Szenarien nicht erreicht würde, so das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) an der RWTH Aachen, das die Studie durchgeführt hat.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hatte im Oktober erklärt: “Jedes Gramm CO2, das wir in Europa in der Flotte einsparen, kostet unseren Konzern fast 100 Millionen Euro.” Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, sagte am Dienstag in Brüssel, die Gewerkschaft halte Grenzwerte für CO2-Emissionen zwar grundsätzlich für richtig: “Aber wir müssen darüber reden, was technisch machbar und beschäftigungspolitisch möglich ist.”

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dpa/ks