Unfall-Warnschild, im Hintergrund ist ein Feuerwehrfahrzeug zu sehen.

Die BASt bringt zum Ende jeden Jahres eine Prognose der Unfallzahlen heraus. Bild: pixabay

Bei der Zahl der Unfälle mit Personenschaden erwartet die BASt einen Rückgang um rund 5.000 Unfälle im Vergleich zum Vorjahr (2016: 308.145 Unfälle). Die Zahl der bei diesen Unfällen Verunglückten (verletzte und getötete Personen; 2016: 399.872) wird dabei ebenfalls um knapp 5.000 sinken. Die Zahl der Getöteten liegt mit 3.210 Personen aber auf dem Vorjahresniveau (2016: 3.206 Getötete). Ein Grund dafür könnte sein, dass die Zahl der Motorradfahrer in 2017 um etwa 10 Prozent, beziehungsweise 50 tödlich verunglückte Motorradfahrer, anstieg – im Vergleich zu einem Rückgang von 16 Prozent im Jahre 2016. Die Zahl der getöteten Fahrradfahrer wird laut BASt-Prognose bei 400 stagnieren. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fußgänger wird bei 480 liegen und damit unter dem Vorjahr (2016: 490).

Die Gesamtfahrleistung stieg voraussichtlich in 2017 insgesamt um zwei Prozent. Dadurch sinkt das  fahrleistungsbezogene Risiko im Straßenverkehr getötet zu werden, um fast zwei Prozent auf etwa 4,1 Getötete je eine Milliarde Fahrzeugkilometer.

Während im Jahr 2016 die Verkehrstoten in allen Ortslagen zurückgingen, zeigt sich die Entwicklung in 2017 uneinheitlich: Auf Autobahnen (2016: 393) und Landstraßen (2016: 1.853) werden geringe Rückgänge um unter einem Prozent erwartet. Hingegen steigen innerorts die Zahlen von 960 im Jahr 2016 auf 1.000 in 2017 und auf den außerörtlichen Bundesstraßen von 690 auf 700.

Berücksichtigung von meteorologischen Einflüssen verbessert die Prognose von Unfallzahlen

Die BASt bringt zum Ende jeden Jahres eine Prognose der Unfallzahlen des noch laufenden Jahres heraus, um so frühzeitig über die Entwicklung der Verkehrssicherheit Bilanz ziehen zu können. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen die Daten lediglich für die ersten acht oder neun Monate vor. Daher veröffentlicht die BASt quasi zunächst nur eine Prognose für das Gesamtjahr 2017, die mittels Zeitreihenmodellen erstellt werden.

Neuerdings beinhalten die Modelle auch meteorologische Variable, um dem Einfluss der Witterungsverhältnisse auf die Unfallhäufigkeit Rechnung zu tragen. Vergleichsrechnungen mit vorangegangenen Jahren haben gezeigt, dass dieses Verfahren die Prognose deutlich verbessert.

Gesamtziel des Forschungsvorhabens ist die Optimierung der jährlichen Unfallprognosen durch Anwendung von strukturellen Zeitreihenmodellen. Um die Modelle zu testen, wurden jeweils Prognose und tatsächlich beobachtete endgültige Unfall- und Verunglücktenzahlen in den letzten 15 Jahren verglichen. Das Fazit: Beim Vergleich von Modellen mit und ohne meteorologischen Variablen zeigt sich, dass 23 der 27 Reihen besser vorhergesagt werden können, wenn man das Wetter berücksichtigt. Neben der verbesserten Vorhersage ermöglicht die Aufnahme der Wettervariablen auch eine Einschätzung, wie groß der Einfluss der Witterungsgegebenheiten auf das Unfallgeschehen ist.

Grafik BASt über die Verkehrsunfälle.
Entwicklung der Fahrleistung (Quelle: DIW; 2017 Schätzung SSP, BASt) sowie der Unfälle mit Personenschaden und der Getöteten in den Jahren 1992 bis 2017 (Grafik: BASt)