„Kreative Ideen, Kooperationen und wirtschaftliche Dynamik entstehen vor allem aus aktivem Austausch”, sagte ACstyria Geschäftsführer Karl Pansy (ganz rechts), der Gastgeber der bereits vierten AUTOCONTACT, die sich zum Fixpunkt für die Automotive-Szene in Graz entwickelte. Vor mehr als 200 Konferenzteilnehmern gab ein hochkarätiges Referententrio Dr. Helmut Becker (Direktor ikw), Dipl.-Ing. Robert Heismann (Leiter Innovationsmanagement Porsche) und Frank Rinderknecht (CEO Rinspeed) im Rahmen der ACstyria-Konferenz “Future of Mobility” in der Nähe von Graz, Einblicke in die zukünftige Entwicklung der Automobilindustrie.

Der deutsche Wirtschaftsexperte Dr. Helmut Becker widmete sich im Rahmen der Zukunftskonferenz dem Strukturwandel der Automobilindustrie. Becker sieht den schärfsten Markteinbruch der Nachkriegszeit als überwunden an. Der Aufschwung laufe, die Polarisierung des Weltautomobilmarktes habe sich jedoch durch die Krise akzentuiert: Die BRIC-Staaten befänden sich im Wachstum, die Triade in der Sättigung, Konzentration und Konsolidierung hielten an. Die strukturelle Verschlechterung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschärfe den Verdrängungswettbewerb am Markt. Neue Antriebskonzepte seien damit gefragt. „Die Zukunft fährt irgendwann elektrisch, aber vorerst nur als Hybrid in allen Variationen“, so Becker und weist gleichzeitig auf einen drohenden Subventionsirrsinn hin. Prinzipiell könne man sagen, dass die Probleme nach der Krise auch den Problemen vor der Krise entsprechen, dazugekommen sei jedoch der Zwang zu Innovationen. „Alles was gegen den Markt ist, hat auf Dauer keinen Bestand!“, betont der Wirtschaftsexperte.

Dipl.-Ing. Robert Heismann gewährt im Rahmen der Zukunftskonferenz, Einblicke in das Innovationsmanagement bei Porsche. Bei zunehmendem Wettbewerbsdruck haben sich in den letzten Jahren die externen Randbedingungen nachhaltig verändert und ökonomische, demographische und soziokulturelle Einflüsse deutlich an Bedeutung zugenommen. „Um als OEM trotz der neuen Herausforderungen auch in Zukunft Fahrzeuge erfolgreich anbieten zu können, hat Porsche eine Strategie gewählt, die sich von denen der Wettbewerber zum Teil deutlich unterscheidet“, so Heismann. Ziel dieser Strategie sei es, sich vom Mitbewerber in wesentlichen Leistungsmerkmalen, etwa in Bezug auf technische Gestaltung, Design, Markenimage, Service oder auch aufgrund eines einzigartigen Vertriebsnetzes, klar abzugrenzen.

Mit der Rolle von Emotion in der Entwicklung von Mobilitätskonzepten beschäftigt sich der Vortrag von Frank Rinderknecht, CEO der Schweizer Innovationsschmiede Rinspeed. „Emotionen treiben und bestimmen uns. Sie regen zur Kreativitäts- und Innovationskraft an – und lassen somit neue Ideen entstehen“, so Rinderknecht. Nur die Summe der Leistung, Erhältlichkeit, des Preises, der emotionalen Platzierung, der Positionierung und der Infrastruktur ließe einen durchdringenden Markterfolg eines Produktes oder einer Dienstleistung zu, was Erfolgsgeschichten wie etwa die, des Verkaufrenners Ipod beweisen. Daraus folge auch beim Thema Mobilität eine entsprechende Positionierung und Gewichtung. „Emotionale Konzeptfahrzeuge und Mobilitätskonzepte berühren, polarisieren und zeigen den Weg dorthin“, so der Schweizer Visionär.