Abgase, Stickoxid, Schadstoffe

Statt auf dem Prüfstand sollen die Schadstoffemissionen von Pkw künftig mit mobiler Messtechnik beim Fahren im Verkehr auf der Straße vermessen werden. Bild: Stefan Redel – Fotolia.com

Der für die Regelung zuständige EU-Fachausschuss beschloss am Dienstag (19.5.) in Brüssel, dass der Ausstoß gesundheitsschädlicher Stickstoffoxide künftig bei der Typgenehmigung nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch im realen Fahrbetrieb auf der Straße gemessen werden muss. Dabei geht es um das so genannte “real-driving emissions”-Verfahren, kurz RDE. Allerdings wurde dem Vernehmen nach zwar eine grundsätzliche Einigung erzielt, aber keine Entscheidung darüber, wann die Regelung in Kraft tritt oder wie die genauen Grenzwerte sein werden.

Bislang werden die Emissionen im Rahmen der EU-Typgenehmigung nur im Labor ermittelt. Im Gegensatz zu Benzin-Pkw liegen die Emissionen von Diesel-Pkw im Straßenverkehr zum Teil um ein Vielfaches über den Laborwerten, die bei der EU-Typgenehmigung ermittelt werden. Dies gilt auch für Diesel-Pkw der neuesten Abgasstufe Euro 6. Mit Inkrafttreten der Euro-6-Norm wurde die zulässige Höchstgrenze für Sickoxide bei Diesel-Pkw auf 80 mg/km gesenkt – die allerdings für die Zulassungsprüfung derzeit nur unter Laborbedingungen erreicht werden müssen.

Pkw sollen stattdessen künftig mit mobiler Messtechnik (Portable Emissions Measurement Systems) beim Fahren im Verkehr auf der Straße vermessen werden. PEMS-Messungen werden heute schon bei der Typprüfung von Euro VI-Lkw eingesetzt und haben sich bewährt, so das Bundesumweltministerium.

“Ich sehe die Automobilhersteller in der Pflicht, bei zukünftigen Automodellen Mobilität und Gesundheitsschutz besser zu vereinbaren”, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Der EU-weit vorgegebene Stickstoffdioxid-Grenzwert für das Jahresmittel werde in vielen Städten nach wie vor überschritten.

Zusätzlich zur Einführung von RDE soll der bisher geltende NEDC (New European Driving Cycle) durch den Verbrauchszyklus WLTP abgelöst werden. Auch am NEDC wird seit Jahren scharfe Kritik geübt, weil die auf dem Rollenprüfstand ermittelten Verbrauchswerte teils stark von den Alltagswerten auf der Straße abweichen. Der NEDC ? oder NEFZ wie er in Deutschland genannt wird ? bildet seit den 90er Jahren die Basis für die Angaben zum Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs. Allerdings wollen die europäischen OEM bei der Einführung von WLTP drei Jahre Aufschub und den geplanten Starttermin von 2017 auf 2020 verschieben.

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ks