Auch Autos werden künftig App-fähig. Der Kampf um die Vorherrschaft unter den Marktführern Google

Auch Autos werden künftig App-fähig. Der Kampf um die Vorherrschaft unter den Marktführern Google und Apple ist aber noch nicht entschieden. Bild: Daimler

Bis 2020 werden weltweit 191 Millionen Fahrzeuge mit den Services der Marktführer Google und Apple „Google Projected Mode“ oder „Apple Car Play“ unterwegs sein, so die Studie von IHS Automotive. Für die Länder Europas, den Nahen Osten und Afrika (EMEA) sagen die IHS-Analysten einen Absatz von 55 Millionen Autos mit App-Integration voraus.

Bislang ist Google Projected -Mode und Apples CarPlay erst in 7.000 beziehungsweise 52.000 Autos eingebaut. Bis 2020 wird die Google-Projected-Mode-Software aber laut IHS in mehr als 28 Millionen Autos integriert, Apples Car Play in mehr als 27 Millionen Fahrzeugen.

„Apps für Autos wachsen rasant und werden in den nächsten zehn Jahren tiefgreifende Auswirkungen auf Infotainment und Konnektivität im Auto haben”, sagte Studienautor Egil Juliussen, Research Director bei IHS Automotive. “Auto-Apps werden die Wettbewerbslandschaft der OEMs stark beeinflussen und die Marktanteile der Marken verschieben. OEMs müssen hier mithalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.”

“Der Markt für In-Car- Apps ist ein neues Wettbewerbsfeld für Apple und Google”, sagte Jack Kent, Analyst bei IHS. “Beide versuchen, ihre jeweiligen Standards in den neuen Bereich der Automobil-Unterhaltung und -Dienstleistung einzubringen.”

Derzeit ist Westeuropa in der EMEA-Region der größte Markt für Smartphone-Apps im Auto – bedingt durch die höheren Verkaufszahlen bei Fahrzeugen und Smartphones. Aber bis 2020 werden auch in Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika Wachstumsspitzen auftauchen, so IHS. Im Jahr 2020 wird dann der Studie zufolge der kumulierte Absatz von Car Play und Googles Projected Mode im Nahen Osten und Afrika den Absatz in Korea übertreffen. Das Absatzvolumen in Osteuropa soll dann jenes in Japan übersteigen.

Während derzeit noch Apple bei der Integration von Smartphone-Apps in Autos die führende Position einnimmt, wird Google laut IHS bis 2020 die Nummer eins in der Region EMEA und beim weltweiten Absatz werden. Das Analyseinstitut prognostiziert, dass Google Projected Mode dann in fast 100 Millionen Autos im Einsatz sein wird, Apples Car Play in 92 Millionen Autos. Viele Autos werden dann sowohl mit Apple Car Play wie mit Google Projected Mode ausgestattet werden, weil der Autohersteller nicht weiß, welche Smartphones seine Käufer haben werden, so IHS.

Ausgaben für Apps steigen bis 2020 auf auf 40 Milliarden Dollar

Die Ausgaben der Verbraucher für mobile Apps werden der IHS-Studie zufolge von 24 Mrd Dollar im Jahr 2014 auf mehr als 40 Milliarden Dollar im Jahr 2020 wachsen. “Spiele werden zwar weiterhin dominieren, aber andere Dienste wie Musik, lokale Dienstleistungen und Navigation werden auch zum Umsatzwachstum beitragen”, sagte Kent.

Apps sind die am schnellsten wachsende Art digitaler Inhalte, so die IHS-Studie. App Stores werden demnach der wichtigste Vertriebskanal für Auto- Apps sein. “App Stores haben die Art und Weise revolutioniert, wie die Verbraucher Zugang zu digitalen Inhalten und Diensten bekommen. Sie bieten globale Verteilung, Verfügbarkeit und Abrechnungsplattformen, was weit über Smartphones und Tablet hinausreicht”, sagte Kent.

Automotive-Trends und die wichtigsten Wachstumsfelder für Westeuropa werden auf dem IHS-Forum in Berlin vom 12. bis 14. Mai diskutiert.

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Andreas Karius / IHS