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Volkswagen ist laut PwC und CAM der innovativste Autobauer. – Bild: Volkswagen/press-inform

Vergeben wird der Preis von der Unternehmensberatung PwC und dem Center of Automotive Management (CAM). Mit 244 Innovationen im Jahr 2014 und einer Innovationsstärke, die erstmals die Schwelle von 200 Indexpunkten überschreitet, erreicht Volkswagen die höchsten je gemessenen Werte für einen einzelnen Konzern seit 2005. Mit deutlichem Abstand an zweiter Stelle ist Daimler zu finden, dicht gefolgt von Ford.

“Die Innovationskraft ist gerade für deutsche Automobilhersteller eine zentrale Voraussetzung für Erfolg. Wer einen Mercedes, Audi, BMW oder Porsche kauft, erwartet zu Recht Spitzentechnologie für sein Geld”, so Felix Kuhnert, Leiter des Bereichs Automotive bei PwC Deutschland und Europa. Gleichzeitig müsse eine weltweit exportierende Branche auf die Anforderungen von Kunden anderer Länder reagieren. Auch das erhöhe die Taktzahl bei den Entwicklungen.

2014 gab es so viele Innovationen wie nie zuvor

Grundlage für die Auswertung lieferet die Innovationsdatenbank des CAM in Bergisch Gladbach. Sie umfasst die fahrzeugtechnischen Innovationen von 18 Autokonzernen und 53 Marken. Als Innovationen gelten nur Neuerungen, die einen spürbaren zusätzlichen Kundennutzen bieten und bereits in Prototypen vorgestellt wurden.

2014 gingen mehr als 1.200 Innovationen in die Bewertung ein, so viele wie nie zuvor. Mit 37 Prozent entfällt nach wie vor der größte Anteil auf die deutschen Autobauer trotz eines Rückgangs von vier Prozentpunkten im Vergleich zum Rekordwert des Vorjahrs.

Mit einem Minus von vier Prozentpunkten sinkt auch die Zahl der Innovationen in Japan, das sich jedoch mit einem Gesamtanteil von 18 Prozent weiter auf Rang zwei behauptet. Amerikanische Hersteller können dagegen zulegen: Sie steigern ihren Anteil an Innovationen um zwei Prozentpunkte auf insgesamt 17 Prozent. Den Anteil auf 7,8 Prozent sogar verdoppeln konnte der indische Tata-Konzern, zu dem die Marken Jaguar und Land Rover gehören.

Der Preis für die innovationsreichste Volumenmarke geht in diesem Jahr erstmals an Ford. Der Volvo XC90 siegt 2015 als innovationsstärkstes Automodell mit 35 Indexpunkten vor dem VW Passat (31) und dem Jaguar XE (23).

CAM-Studienleiter Stefan Bratzel erläutert: “Eine hohe Innovationskraft ist eine wichtige Voraussetzung, aber keine Garantie, für künftigen Erfolg in einer Branche, für die sich zunehmend auch neue Player wie Google und Apple interessieren.”

Sonderpreise zum Jubiläum der Studienreihe

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Studienreihe werden in diesem Jahr drei Sonderpreise verliehen ? für den innovationsstärksten Konzern, die innovationsstärkste Marke und das innovativste Projekt der vergangenen zehn Jahre.

Auch hier liegt Volkswagen bei der Konzernwertung vorn: Das Unternehmen kommt innerhalb von zehn Jahren auf rund 1.250 Einzelinnovationen. Beim Markenranking kann Mercedes im Hinblick auf die ganze Dekade einen deutlichen Vorsprung von mehr als 200 Indexpunkten vorweisen. Auch 2015 belegt die schwäbische Premiummarke erneut Platz eins. Die BMW AG wird für ihr Engagement im Bereich alternativer Antriebe gewürdigt: Das “project i” erhält den Sonderpreis als innovativstes Projekt der vergangenen zehn Jahre.

Sicherheit und vernetztes Fahrzeug sind die großen Themen

Die meisten Innovationen sind im Bereich Sicherheit und vernetztes Fahrzeug angesiedelt. Während deutsche Autobauer bei den Herstellern die Liste der Preisträger anführen, ist die Gruppe der Gewinner bei den Zulieferern international: In der Kategorie “Elektrik/Elektronik” kann sich die Continental AG durchsetzen. Im Bereich “Interieur” erhält der französische Zulieferer Faurecia die meisten Punkte, das amerikanische Unternehmen TRW Automotive gewinnt mit seinen Sicherheitssystemen in der Kategorie “Chassis”.

Bei “Karosserie und Exterieur” entschied sich die Jury für die ThyssenKrupp AG. Bei der “Antriebstechnik” wird das kanadisch-österreichische Unternehmen Magna mit seiner Allradtechnik ausgezeichnet. Nach Einschätzung von PwC-Automobilexperten Kuhnert beruht die Spitzenposition deutscher Automobilhersteller zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil auf der Innovationskraft ihrer Zulieferer: “In Zukunft wird es immer wichtiger, die enge Vernetzung zwischen Herstellern und Zulieferern zu fördern. Das bringt beide Seiten voran.”

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gp