BMW i3 - als Megacity Vehicle bekannt geworden - und den i8, einen Sport-Hybriden

BMW i3 - als Megacity Vehicle bekannt geworden - und den i8, einen Sport-Hybriden

Das Geheimnis ist gelüftet: Der weltgrößte Premiumhersteller BMW wird seine Elektroautos unter der Submarke “BMW i” ins Rennen schicken.

Zunächst wird es zwei Modelle geben: Den BMW i3 – als Megacity Vehicle bekannt geworden – und den i8, einen Sport-Hybriden, der auf der spektakulären Konzeptstudie Vision EfficientDynamics basiert, die die Münchener auf der IAA 2009 vorgestellt hatten.

“Wir bauen bei BMW i auf den Erfolg und die Stärke unserer Kernmarke auf”, sagte Vertriebsvorstand Ian Robertson am Montag. BMW hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass die Elektroautos – ähnlich der Sportserie “M” – eine Submarke von BMW werden sollen, den Namen aber stets geheim gehalten.

Sowohl das emissionsfreie Stadtauto i3 als auch der i8 sollen ab 2013 in Leipzig vom Band rollen. Um den sächsischen Standort dafür fit zu machen, will BMW insgesamt 400 Millionen Euro in das Werk stecken. Der Ausbau startete Ende vergangenen Jahres. Insgesamt sollen durch die Investitionen rund 800 neue Arbeitsplätze entstehen.

BMW Welt

Mit Lichtinstallationen und Videoprojektionen startete Samstagnacht die Teaser-Kommunikation zum Launch der neuen BMW Submarke.

BMW hatte im Jahr 2007 seine Aktivitäten rund um elektrisches Fahren und urbane Mobilitätslösungen im “project i” gebündelt. Das Megacity Vehicle ist das Ergebnis dieses Projekts, das als eines der bestgehüteten Geheimnisse des DAX-Konzerns galt. Der i3 und der i8 sind wichtige Eckpfeiler in den Plänen der Münchener, im Bereich alternativer Antriebe zu wachsen und den rigideren Emissionsvorschriften der Zukunft Rechnung zu tragen.

BMW i8 als technologisches Vorzeigeprojekt

Der BMW i8 gilt dabei als technologisches Vorzeigeprojekt – Supersportwagen mit den Abgaswerten eines Kleinwagens. BMW hatte die futuristische Vollhybrid-Studie der Weltöffentlichkeit 2009 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt präsentiert. Trotz der mehr als 350 PS verbraucht das viersitzige Coupé nach Unternehmensangaben weniger als vier Liter Diesel auf 100 Kilometern und emittiert nur 99 Gramm umweltschädliches Kohlendioxid.

Als Batterie-Lieferanten für die Elektroauto-Projekte hatte BMW im Sommer 2009 SB LiMotive, ein Joint Venture von Bosch und Samsung, ausgewählt. Die Batterietechnik gilt als eine der größten Herausforderungen auf dem Gebiet der Elektromobilität. Schließlich ist die Batterie nicht nur für die Leistungsfähigkeit strombetriebener Fahrzeuge verantwortlich, sondern – und das ist wohl noch wichtiger – auch für deren Reichweite.

Neue BMW Submarke heißt BMW i: Ebenso wie der BMW i3 wird auch der BMW i8 im BMW Werk Leipzig produziert werden.

Eine bedeutende Rolle spielt bei Elektroautos auch der Faktor Leichtbau, da das Gewicht neben der Batteriekapazität die zweite reichweitenlimitierende Größe ist. Der Antriebsstrang bei Elektro-Fahrzeugen ist deutlich schwerer als bei Autos mit Verbrennungsmotoren.

Dieser Problematik begegnen viele Hersteller mit dem konsequenten Einsatz leichterer Materialien. So auch BMW: Das Chassis des i3 und des i8 besteht aus Aluminium, die Fahrgastzelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Die Münchener wollen dadurch das für Elektrofahrzeuge typische Mehrgewicht von 250 bis 350 Kilogramm vollständig kompensieren.

Das neue Logo: BMWs Submarke 'i'

Rund 530 Millionen Euro investiert BMW in das Elektroauto-Projekt

BMW kooperiert bei leichten, hitze- und korrosionsbeständigen Kohlenstofffasern mit SGL Carbon und gründete mit dem Wiesbadener Spezialisten im Frühjahr 2009 das Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers. Aktuell wird ein gemeinsames Carbonfaserwerk in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington gebaut, in das beide Unternehmen insgesamt 100 Millionen US-Dollar investieren. Zudem steckte BMW zuletzt weitere Millionen in die Werke in Landshut und Wackersdorf, wo künftig Kohlefaserplatten hergestellt werden, die dann zu Karrosserieteilen für die Elektroautos weiterverarbeitet werden.

Inklusive der Komponentenfertigung investieren BMW und das Carbonfaser-Joint-Venture mit SGL insgesamt rund 530 Millionen Euro in das Elektroauto-Projekt. In Summe entstehen so mehr als 1.000 Arbeitsplätze.

Zusätzlich wird BMW nach Angaben vom Montag Geld in die Hand nehmen, um das Angebot an Mobilitätsdienstleistungen zu erweitern. Über die neu gegründete und mit bis zu 100 Millionen US-Dollar ausgestattete Beteiligungsgesellschaft “BMW i Ventures” will sich der DAX-Konzern bei Unternehmen einkaufen, die in diesem Bereich aktiv sind. Im Fokus werden nach Unternehmensangaben unter anderem Lösungen zur besseren Nutzung vorhandenen Parkraums, intelligente Navigationssysteme sowie Carsharing stehen.

gw/mit Material von Dow Jones Newswires