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Der durch eine gigantische Rückrufwelle in Schieflage geratene Zulieferer Takata bereitet angeblich den Gang in die Insolvenz vor. Bild: Takata

Was sich bereits seit Monaten andeutet, scheint nun Realität zu werden: Wie die Nachrichtenagentur Reuters und der Nikkei Report übereinstimmend schreiben, werde Takata möglicherweise noch in diesem Monat Insolvenz anmelden. Angesichts enormer Verbindlichkeiten von inzwischen umgerechnet rund 8,1 Milliarden Euro wäre das eine der größten Pleiten in der japanischen Industrie in der Nachkriegsgeschichte.

In die Schieflage kam der Hersteller durch defekte Airbags, die unter bestimmten klimatischen Verhältnisse zu heftig auslösen. Mindestens 16 Menschen sollen dadurch zu Tode gekommen sein.

Aufgrund des Mangels, der das Unternehmen seit Jahren beschäftigt,  mussten weltweit bislang an die 100 Millionen Fahrzeuge zurück gerufen werden, 70 Millionen alleine in Nordamerika. Ausgelöst von dem massiven Problem schreibt der Zulieferer seit drei Jahren tiefrote Zahlen. Dabei haben den Großteil der direkten Rückrufkosten bislang die betroffenen Hersteller getragen. Eine ganze Reihe Autobauer klagt in den USA aber auf Schadensersatz gegen Takata, unter ihnen Nissan, Ford und BMW. Bereits im vergangenen Jahr hatte der japanische Zulieferer eingeräumt, zur Bewältigung der Krise Hilfe von neuen Partnern zu brauchen.

Die Insolvenz dürfte nur die Vorstufe für eine Übernahme durch US-Konkurrent Key Safety Systems (KSS) sein. Das Interesse des Tochter des chinesischen Zulieferer Ningbo Joyson ist verbrieft. Durch die Insolvenz will man sich der Takata-Altlasten entledigen, um dann eine Restrukturierung umzusetzen.