In einem offenen Brief bezieht Takata erstmals umfassender Position zum weltweiten Airbag-Rückruf.

In einem offenen Brief bezieht Takata erstmals umfassender Position zum weltweiten Airbag-Rückruf. Bild: Volk

Seit vor einigen Monaten die Rückruf-Aktion von Takata-Airbags zur weltweiten Krise aufschäumte, berichten Medien über die Mängel – und herrscht allseitiges Staunen über das hartnäckige Schweigen seitens des Unternehmens. Habhafte Äußerungen von Spitzenmanagern gibt es nicht. Der Seniorchef des Airbag-Produzenten hat sich seit Monaten nicht mehr in der Öffenlichkeit blicken lassen, vom aktuellen Unternehmenschef Shigehisa Takada gibt es außer einer dürren Entschuldigung und der in Japan in Krisenfällen üblichen Entschuldigungs-Verbeugung wenig habhaftes. Das Schweigen der Unternehmensführung hat in politischen Kreisen Japans für Irritationen gesorgt und bei der US-Aufsichtsbehörde NHTSA für unverhohlenen Ärger, nachdem in der jüngsten Anhörungsrunde ein Manager aus der zweiten Führungsebene wissen ließ, dass die Japaner nicht daran denken, in den USA den von der Behörde geforderten landesweiten Rückruf zu starten.

Shigehisa Takada

Gezeichnet ist der Brief von Chairman und CEO Shigehisa Takada. – Bild: Takata

Nun bezieht das Unternehmen erstmals umfassend Stellung: In einer als offener Brief gestalteten ganzseitigen Anzeigenkampagne in überregionalen Medien. In dem von CEO Shigehisa Takada gezeichneten Schreiben an “unsere Kunden und die Auto fahrende Öffentlichkeit” beschwört das Unternehmen zunächst das segensreiche Wirken Takatas für die Verkehrssicherheit, bevor es dann zur Sache geht. “Jedes einzelne Versagen ist inakzepzabel und wir sind aufrichtig und zutiefst betrübt darüber, dass fünf Todesfälle auf Autounfälle zurückzuführen sind, bei denen Takata Airbags nicht richtig funktionierten”.

Auf die Entschuldigung geht das Schreiben dann auch die aktuelle Situation ein und auf die fehlende Kooperationsbereitschaft, die man den Japanern vorgehalten hat. Takata werde mit der NHTSA und den Herstellern zusammenarbeiten, um die Produktionskapazitäten für Ersatz-Airbags zu erhöhen und “alle Sicherheitsmaßnahmen und Rückrufe seitens der Autohersteller zu unterstützen”.

Zusätzlich werde man die Ersatzteilproduktion forcieren. Auch habe man man die Tests und Analysen der möglicherweise defekten Gasgeneratoren dramatisch erhöht. Zudem verweist das Unternehmen darauf, dass man unter Leitung des ehemaligen US-Verkehrsministers Sam Skinner ein unabhängiges Qualitäts-Sicherungs-Panel eingerichtet habe. Dieses werde die Herstellungsprozesse durchleuchten und – wo nötig – verbessern.

Abschließend versichert Shigehisa Takada, sich persönlich dafür einzusetzen, das “volle Vertrauen der Öffentlichkeit und unserer Kunden zurück zu gewinnen.” Ob dazu eine Anzeigenkampagne das probate Mittel ist, wird sich zeigen müssen.

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Frank Volk