Takata Airbags

Nachdem Takata im vergangenen Jahr bereits mehr als drei Millionen Fahrzeuge zurückrufen musste, hat der Automobilzulieferer nun abermals mit Airbag-Problemen zu kämpfen. Bild: Screenshot Website Takata

Nach Angaben von Takata war die Dokumentation über die Qualitätskontrolle unzureichend, so dass es schwierig sei, Fahrzeuge, die mit potentiell fehlerhaften Airbag-Gasgeneratoren ausgestattet sind, zu identifizieren. Die betroffenen Fahrzeuge seien zwischen September 2001 und September 2002 in einem Werk in Mexiko hergestellt worden.

Takata habe in früheren Untersuchungen festgestellt, dass einige der Explsionseinheiten in den Airbag-Gasgeneratoren übermäßiger Feuchtigkeit ausgesetzt oder mit zu wenig Kraft in Form gedrückt worden waren, was dazu führen könne, dass der Gasgenerator explodieren könne.

Bei der nun von der NHTSA angekündigten Untersuchung geht es laut der Behörde vor allem um Risse in Airbag-Gasgeneratoren in Autos von Honda, Toyota, Mazda, Nissan und Chrysler Group LLC. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Untersuchung betrifft demnach etwa 1,1 Millionen Autos der Modelljahre 2002 bis 2006. Weltweit sind mehr als 3 Millionen Fahrzeuge von der entsprechenden Rückrufaktion betroffen.

Defekte Airbags von Takata hatten im vergangenen Jahr zum Rückruf von mehr als drei Millionen Fahrzeugen geführt. Regulierungsbehörden in den USA haben dem Bericht zufolge festgestellt, dass sich Rückrufe wegen Rissen in Airbags in den letzten Jahren gehäuft haben.

Die aktuellen Probleme mit dem Airbag haben Toyota zu einem Rückruf von weltweit 2,27 Millionen Fahrzeugen veranlasst, 650.000 davon in Japan. Honda, Nissan und Mazda untersuchen nach eigenen Angaben, ob die Mängel weitere Rückrufe nötig machen. BMW sieht bislang keine Auswirkungen auf seine Fahrzeuge, in denen ebenfalls Airbags von Takata verbaut sind. Chrysler lässt das Problem derzeit von seinen Ingenieuren untersuchen und arbeitet eigenen Angaben zufolge mit der NHTSA zusammen.

Takata, das fast 75 Prozent seines Umsatzes außerhalb von Japan erwirtschaftet, hat bislang nichts über die zu erwartenden Kosten für die aktuelle Rückrufaktion mitgeteilt. Die Rückrufe im vergangenen Jahr haben das Unternehmen mehr als 300 Millionen Dollar (etwa 220 Millionen Euro) gekostet.

Takatas Probleme unterstreichen die Komplexität einer scheinbar einfachen, aber unverzichtbaren Komponente für Fahrzeugsicherheit, so die Analysten von IHS Automotive. Die Frage werfe auch ein Licht auf den “one size fits all”-Ansatz und wie die Standardisierung, die die Kosten in der globalen Fahrzeugindustrie senken soll, sowohl Automobilherstellern wie Zulieferern schaden kann.

Obwohl es zu früh sei, vorherzusagen, wie Takatas Probleme den Ruf beeinträchtigen werden, dürften laut IHS zwei seiner wichtigsten Konkurrenten profitieren: Schwedens Autoliv und der US-Zulieferer TRW. Autoliv hat Berichten zufolge seinen Fokus auf Qualität verstärkt, seit sein japanischer Konkurrent im vergangenen Jahr seine ersten Rückrufaktionen wegen defekter Airbags starten musste.

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Andreas Karius