Tesla Model 3

Baut Tesla das Model 3 künftig in China? Bild: Tesla

So berichtet die staatliche chinesische Zeitung Global Times, dass die Provinz Jiangsu heißer Kandidat für ein neues Werk des Autobauers sei. Dem Blatt liegen Dokumente staatlicher Behörden vor, die das bestätigen. Darin heißt es, dass die Stadtregierung von Suzhou bereits am 13. März dieses Jahres ein Treffen abgehalten habe, in dem über ein mögliches Tesla-Projekt diskutiert worden sei.

Des Weiteren hätten Tesla-Vertreter die Stadt in der Provinz Jiangsu am 17. und 18. März besucht und mögliche Standorte für die Fabrik besichtigt. Bereits im Januar dieses Jahres verkündete Elon Musk, Chef des Elektroauto-Herstellers, dass in drei Jahren die Fertigung in China beginnen soll. Details wollte er aber erst Mitte 2016 preisgeben.

Während sich also nun die Indizien für eine lokale chinesische Tesla-Produktion verdichten, kommt auch der Vertrieb des Model 3 in der Volksrepublik ins Rollen. Zwar steht das Reich der Mitte offiziell nicht auf der Liste der 45 Länder, in denen Tesla das Model 3 anbieten will. Jedoch erklärte Teslas China-Boss Zhu Xiatong gegenüber lokalen chinesischen Medien, dass sein Unternehmen auch in der Volksrepublik bereits Reservierungen für das Model 3 angenommen habe. Über die Höhe der zu leistenden Anzahlung ist nichts bekannt. Die könnte wohl vergleichbar sein mit der selbigen in Hong Kong, die bei 10.000 US-Dollar liegt. Das ist zehnmal so viel wie ein US-Kunde für sein Model 3 anzahlen muss.

Unabhängig davon dürfte das Model 3 – obwohl als Volumenmodell konzipiert – in China nicht gerade zum Schnäppchenpreis auf den Markt kommen. Laut Informationen der Branchenexperten von IHS Automotive dürfte das günstigste Elektroauto aus dem Hause Tesla in der Volksrepublik gut 54.000 US-Dollar kosten. Zum Vergleich: In den USA kommt der Stromer zu Preisen ab 35.000 Dollar – ohne Incentives.

Dieses Preisproblem könnte ein weiterer Grund für Tesla sein, eine lokale Produktion in China schnellstmöglich in die Wege zu leiten. Dann würde der Autobauer zudem von den staatlichen Zuschüssen für E-Autos in dem Land profitieren. Günstigere Preise dürften der Marke dann helfen die selbst gesteckten Absatzziele zu erreichen, die sie im vergangenen Jahr noch grandios verfehlte. Statt wie geplant 5.000 Autos abzusetzen, waren es nur deren 3.690.