Robyn Denholm Tesla

Mit der 55-jährigen Robyn Denholm wird erstmals jemand anders als Musk an der Tesla-Spitze stehen, seit der schillernde Unternehmer 2004 als größter Investor einstieg. Bild: Pressefoto

Denholm ist Finanzchefin der australischen Telekom-Firma Telstra. Sie gehört dem Board seit 2014 an, hat aber weniger enge Beziehungen zu Musk als die meisten anderen Direktoren. Beide Unternehmen kündigten an, dass Denholm ihren Posten bei Telstra im Mai aufgibt und bis dahin ihre Rolle als Chair von Teslas Audit-Komitee ruhen lässt.

Die Personalentscheidung erfolgt, bevor Mitte November eine Frist ausläuft, die die US-Börsenaufsicht SEC als Teil eines Vergleichs mit Musk gesetzt hatte. Damit konnte Musk Vorwürfe ausräumen, er habe die Anleger in die Irre geführt, als er einen möglichen Rückzug Teslas von der Börse andeutete. Der Deal sieht vor, dass Musk drei Jahre lang dem Board nicht mehr vorstehen darf und er Platz für einen unabhängigen Chairman macht.

Mit der 55-jährigen Denholm wird erstmals jemand anders als Musk an der Tesla-Spitze stehen, seit der schillernde Unternehmer 2004 als größter Investor einstieg. Musk, der sich auch gerne als Chef-Produktarchitekt bezeichnen lässt, schaltet und waltet seit längerem bei Tesla wie auf seiner eigenen Spielwiese. Er verantwortet Geschäftsbereiche, die so unterschiedlich sind wie Strategie, Technik und Marketing. Zudem vertieft er sich häufig auch noch in die kleinsten Fertigungsdetails.

Lässt sich Musk von Denholm wirklich im Zaum halten?

Mit der jetzigen Entscheidung wird eine Frau, die in den USA kaum bekannt ist, zu einer der wichtigsten Figuren in der US-Konzernwelt. Sie verfügt aber über reichlich Erfahrung als Finanzchefin im Silicon Valley und ihrem Heimatland Australien. Als Tesla-Direktorin hatte sie auch das Zeug dazu, Automobil-Erfahrung in eine Firma zu bringen, die stolz auf ihren Status als Branchenaußenseiterin ist. So arbeitete sie sieben Jahre lang für Toyota in Australien. Ob der twitter-freudige Musk sich jetzt von der Finanzexpertin Denholm wirklich an die Kandare nehmen lässt, ist eine offene Frage.

Als weiterer Kandidat für den Chairman-Posten war auch James Murdoch, der CEO von 21st Century Fox, im Gespräch gewesen.