Zuffenhausen statt Neckarsulm: Thomas Faustmann wird bei Porsche wohl Nachfolger von Oliver Blume

Zuffenhausen statt Neckarsulm: Thomas Faustmann wird bei Porsche wohl Nachfolger von Oliver Blume als Produktionsvorstand. Bild: Audi Hungaria

Die Überraschung in Neckarsulm war groß, als dort am 1. Oktober nicht – wie noch Mitte Juli angekündigt – Thomas Faustmann zum ersten Arbeitstag als Leiter des zweitgrößten Audi-Werks antrat, sondern stattdessen Helmut Stettner übernahm. In einer zuvor von dem Autobauer verschickten Mitteilung war lediglich lapidar vermerkt, dass der “designierte Werkleiter, Thomas Faustmann, zur Porsche AG wechselt”. Was der 53-Jährige bei dort macht, wurde nicht gesagt. Nun lichten sich die Nebel um die Top-Personalie, die – natürlich – in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Managementumbau im Zuge des VW-Abgasskandals steht: Porsche-Chef Matthias Müller rückte für Martin Winterkorn zum VW-Konzernchef auf, Produktionsvorstand Oliver Blume übernahm die Porsche-Führung. Bleibt die Besetzung des Postens als Produktionsvorstand beim SUV- und Sportwagenbauer. Womit Faustmann ins Spiel kommt.

In Zuffenhausen heißt es auf Nachfrage lediglich, dass “Herr Faustmann Aufgaben in der Produktion übernommen hat”. Zu weiter gehenden Personalspekulationen gebe es keine Stellungnahme. Offiziell soll der neue Produktionsvorstand im Dezember bestimmt werden.

Mit Faustmann hätte man dann jedenfalls einen passenden Kandidaten mit tiefgreifender Produktions- und Führungserfahrung im beruflichen Stammbaum. Der studierte Machinenbauer startete seine Karriere 1991 als Fertigungsplaner bei Volkswagen in Salzgitter. 1995 übernahm er die Leitung Planung Motorenfertigung im Werk Chemnitz, ehe er 1998 in das Werk Salzgitter wechselte, zuletzt als Leiter Produkt"Center Motor R5/V/W. 2002 übernahm Faustmann die Geschäftsführung Produktion von Audi Hungaria 2004 den Vorsitz der Geschäftsführung. Zusätzlich wurde ihm die Leitung Planung Aggregate am Stammsitz in Ingolstadt übertragen. 2007 erhielt Faustmann als Anerkennung seines Beitrags für die Entwicklung der ungarischen Automobilindustrie den Verdienstorden der Ungarischen Republik. 2014 wiederum verlieh ihm die Universität GyÅr den Ehrendoktortitel für sein Engagement bei Wissenschaftskooperationen.

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Frank Volk