Heinrich Hiesinger, ThyssenKrupp

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger: Von der Renaissance der nordamerikanischen Industrie profitiert vor allem das Komponentengeschäft für Autohersteller. Bild: ThyssenKrupp

Das kündigte der Konzern heute (Freitag, 24 April) bei der Eröffnung eines neuen Werks für Lenkungskomponenten in Puebla (Mexico). Aus dem Werk will man den nordamerikanischen Automobilmarkt beliefern.

Experten rechnen damit, dass die Pkw-Produktion in Nordamerika bis 2020 um bis zu 12 Prozent steigen wird. Schon heute ist Nordamerika mit 17 Millionen produzierten Fahrzeugen in 2014 der zweitgrößte Automobilmarkt der Welt. Um an diesem Wachstum teilzuhaben, plant der Konzern bis 2020 allein in das nordamerikanische Komponentengeschäft Investitionen von über 500 Millionen Euro. Insgesamt wird ThyssenKrupp bis 2020 mehr als 800 Millionen Euro in die Wachstumsregion Nordamerika investieren.

Werk in Puebla eröffnet

Mit dem heute eröffneten Werk baut der Geschäftsbereich Components Technology seine Position als Weltmarktführer bei Lenksäulen für Kraftfahrzeuge weiter aus. Große Markt- und Wachstumschancen erwartet ThyssenKrupp ebenfalls für elektromechanische Lenkungen. Immer mehr Automobilhersteller setzen auch in den volumenstarken Mittel- und Kleinwagensegmenten auf diese Technologie. Elektromechanische Lenkungen sind energieeffizienter als konventionelle hydraulische Lenksysteme. Sie ermöglichen je nach Fahrzeug Kraftstoffeinsparungen von bis zu 10 Prozent. Zudem sind sie eine technologische Voraussetzung für alle elektronischen Fahrerassistenzsysteme, wie zum Beispiel Parkassistenz, Spurerkennung und Abstandswarnung.

„Für ThyssenKrupp ist Nordamerika mit rund 22 Prozent des Gesamtumsatzes bereits heute der wichtigste Absatzmarkt außerhalb Deutschlands“, erklärt Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp. „Wir profitieren von der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der Renaissance des industriellen Sektors in den USA. Das gilt insbesondere für unser Komponentengeschäft, weshalb wir diese Investitionsoffensive gestartet haben.”

Insgesamt erwirtschafteten mehr als 20.000 Mitarbeiter im vergangenen Geschäftsjahr für ThyssenKrupp in Nordamerika rund 9 Milliarden Euro Umsatz. Das entspricht einem Wachstum von rund 8 Prozent zum Vergleichszeitraum.
Mit dem neuen Lenkungswerk produziert ThyssenKrupp nun an vier Standorten in Mexiko Komponenten für die Automobilindustrie. Das Produktportfolio umfasst Motor- und Lenkungskomponenten, Federn und Stabilisatoren sowie die Montage von Achsmodulen.

„Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt, so dass wir unsere Produktionskapazitäten in Mexiko und den USA stetig erweitern“, sagt Karsten Kroos, CEO der Business Area Components Technology bei ThyssenKrupp. „Zudem haben wir jüngst einige wichtige neue Kundenaufträge gewinnen können. Dafür werden wir vor allem auch in Mexiko den Aus- und Aufbau neuer Werke für Fahrwerks- und Motorenkomponenten vorantreiben.“

Erst im Februar 2015 hat ThyssenKrupp einen neuen Montagestandort für Vorderachsen in Puebla in Betrieb genommen. Im 70 Kilometer entfernten San Jose Chiapa errichtet der Konzern derzeit ein weiteres Achsmontagewerk – in Nachbarschaft des Kunden Audi. Im kommenden Jahr ist zudem der Bau eines neuen Motorkomponenten-Werks in der Bajio-Region geplant. Dort sollen zukünftig Zylinderkopfhauben hergestellt werden.

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