Tognum Motoren breit

Der Friedrichshafener Motorenhersteller konnte im Zeitraum April bis Juni bei Umsatz und Gewinn deutlich zulegen. - Bild: Tognum

Sowohl Auftragseingang als auch Umsatz und Gewinn legten im Zeitraum April bis Juni deutlich zu, wie der Motorenhersteller am Donnerstag mitteilte. Ihre Prognose für das Gesamtjahr bestätigten die Friedrichshafener.

Die Bestellungen stiegen im zweiten Quartal um gut ein Fünftel auf 833 Millionen Euro, die Einnnahmen um 17,5 Prozent auf knapp 678 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte dank des gestiegenen Umsatzes und der verbesserten Kapazitätsauslastung um fast 60 Prozent auf gut 86 Millionen Euro zu. Das bereinigte Konzernergebnis stieg zwischen April und Juni sogar um fast 90 Prozent auf 57,5 Millionen Euro. Tognum bereinigt die Gewinnkennziffern um Abschreibungen auf Zukäufe und Wechselkurseffekte, da dies nach Einschätzung des Managements bessere Rückschlüsse auf den operativen Geschäftsverlauf zulässt.

“Tognum ist es auch im zweiten Quartal gelungen, den wirtschaftlichen Aufschwung voll zu nutzen”, sagte Vorstandsvorsitzender Volker Heuer. “Durch unsere breite Aufstellung als Systemanbieter werden wir auch weiterhin von den positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einer Vielzahl von Märkten überdurchschnittlich profitieren”.

“Für 2011 sind wir sehr zuversichtlich, dass wir unsere Jahresprognose erfüllen”, sagte der Manager, der im September in Ruhestand geht und das Zepter dann an den heutigen Finanzvorstand Joachim Coers übergibt. Für dieses Jahr peilt Tognum einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 300 Millionen Euro an.

Der neue Verbund stärkt das Unternehmen

Im Zwischenbericht zum ersten Halbjahr hob der Motorenhersteller vom Bodensee die Chancen hervor, die sich durch die Übernahme durch Daimler und Rolls-Royce ergeben werden: “Ein Verbund mit Daimler und Rolls-Royce stärkt die Marktposition des Unternehmens”, hieß es.

Daimler und Rolls-Royce hatten Ende März ihr Interesse an der Übernahme von Tognum öffentlich gemacht, nachdem schon lange darüber spekuliert worden war. Daimler hatte die Ex-Tochter erst 2005 an den Finanzinvestor EQT verkauft, der die damalige MTU Friedrichshafen dann 2007 als Tognum an die Börse brachte. Nachdem die ursprüngliche Offerte von Vorstand und Aktionären als zu niedrig abgelehnt worden war, ebnete eine Aufstockung der Offerte, die Tognum mit insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro bewertet, den Weg für die Übernahme. Insgesamt hielt das deutsch-britische Bierterduo zum Ende des Angebots gut 94 Prozent an Tognum.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke