Volker Heuer

Volker Heuer: Tognum wäre zusammen mit Daimler und Rolls-Royce noch breiter aufgestellt. - Bild: Tognum

Beim Konzernergebnis erreichte Tognum laut Mitteilung vom Donnerstag 159,2 Millionen Euro nach 121,3 Millionen Euro im Vorjahr. Je Aktie ergibt sich ein bereinigter Gewinn von 1,21 (Vorjahr 0,92) Euro. Auch dank eines starken zweiten Halbjahres kletterte der Umsatz – ohne Berücksichtigung der Rotorio-Aktivitäten – um 6 Prozent auf 2,564 Milliarden Euro.

Mit den Zahlen konnte das Friedrichshafener Unternehmen sowohl die eigenen als auch die Prognose der Analysten weitgehend erreichen bzw übertreffen. Die von Dow Jones Newswires befragten Branchenbeobachter hatten mit einem bereinigten Konzernergebnis von nur 134 Millionen Euro und Erlösen von rund 2,57 Milliarden Euro gerechnet. Der MDAX-Konzern hatte sich selbst einen Umsatz von 2,550 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge im oberen Bereich von 7,5 Prozent bis 9 Prozent als Ziel gesteckt. Die Marge erreichte nun 9,4 Prozent.

Tognum will seine Aktionäre an der positiven Entwicklung teilhaben lassen. Aufsichtsrat und Vorstand schlagen der Hauptversammlung am 11. Mai daher vor, die Dividende auf 0,50 Euro je Aktie für 2010 von 0,35 Euro je Aktie für das Vorjahr zu erhöhen.

“Tognum hat das Übergangsjahr 2010 eindrucksvoll abgeschlossen”, sagte Vorstandsvorsitzender Volker Heuer. “Insbesondere im zweiten Halbjahr 2010 haben wir Fahrt aufgenommen und unsere Prognose für das Gesamtjahr erfüllt, im Falle der Marge sogar noch übertroffen. Wir sind nun gestärkt aus der Krise hervorgegangen und schauen mit Zuversicht auf das laufende Geschäftsjahr. Für 2011 rechnen wir mit einem Umsatzanstieg um mindestens 10 Prozent bei einer bereinigten EBIT-Marge von rund 10 Prozent.”

Auch beim Ausblick für das kommenden Jahr zeigte sich Tognum zuversichtlich: “Auch für 2012 erwarten wir eine positive Entwicklung für unsere Endmärkte, stimuliert durch steigende Rohstoffpreise und zunehmenden Transportbedarf sowie eine strukturell steigende Nachfrage nach dezentraler Energie”, zeigte sich Heuer optimistisch. “Wir wollen vor dem Hintergrund dieser Trends schneller als der Markt wachsen und dabei eine bereinigte EBIT-Marge von über 10 Prozent erzielen.”

Auf den Friedrichshafener Motorenhersteller haben die Daimler AG und Rolls-Royce ein Auge geworfen und wollen Tognum gemeinsam übernehmen. Je Tognum-Aktie bieten die künftigen Partner 24 Euro; ein Preis, der dem Tognum-Management nicht ausreicht: Grundsätzlich begrüßte der Vorstand am Mittwoch zwar die Offerte, stellte aber klar, dass man noch nicht mit dem Preis zufrieden ist. Auch unter einigen Großaktionären regt sich Widerstand. Daimler und Rolls-Royce scheinen bereit, sich zumindest ein Stück zu bewegen.

Die Übernahmepläne von Daimler und Rolls-Royce stellten die starken Bilanzzahlen in Stuttgart aber in den Schatten. Wer bei diesem Thema jedoch auf Neuigkeiten gehofft hatte, wurde jedoch enttäuscht. Zur strittigen Preisfrage wollte sich die Konzernführung nicht äußern.

Vorstandschef Heuer bekräftigte lediglich seine Einschätzung des Angebots: Die Offerte sei grundsätzlich sehr positiv, sagte der Manager, der im September durch Finanzchef Joachim Coers an der Unternehmensspitze abgelöst werden wird. Mit einer Übernahme begänne eine neue Ära. Tognum wäre zusammen mit Daimler und Rolls-Royce noch breiter aufgestellt, so Heuer, auch regional. Zusätzliche Markt- und Absatzpotenziale sieht Heuer vor allem im Energie-Bereich und im Marine-Geschäft.

Dow Jones Newswires