Toyotas Pannenserie reißt nicht ab. Nach einem Fahrversuch des US-Magazins „Consumer Reports“, bei dem die Tester das Urteil „nicht kaufen“ verhängten, stoppte der japanische Auto-Hersteller den Verkauf des Lexus GX 460 (Lexus ist Toyotas Edelmarke). In scharfen Kurven war das Heck des Geländewagens ausgebrochen und wurde erst in letzter Sekunde durch das Fahrstabilitäts-Programm ESP wieder eingefangen. Nach Einschätzung der Tester besteht, die Gefahr, dass sich das Fahrzeug daraufhin überschlagen könnte.

Wie die „Financial Times Deutschland“ und  „Focus Online“ übereinstimmend berichten, hat der japanische Autobauer Toyota nach einem negativen Fahrtest eines einflussreichen US-Magazins den Verkauf seines Geländewagens Lexus GX 460 in den USA vorerst gestoppt. Der Generalmanager in den USA für die Luxusmarke Lexus, Mark Templin, schrieb in einer E-Mail am Dienstagabend nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, Toyota nehme die Angelegenheit “sehr ernst” und sei entschlossen, den Missstand abzustellen. Die Lexus- Händler in den USA seien angewiesen worden, das Modell nicht weiter zu verkaufen.

Der Verkauf des GX460 wurde vorübergehend gestoppt Bei einem routinemäßigen Fahrtest des “Consumer Reports” – eine Art Stiftung Warentest der USA – brach das Heck des Wagens aus. Erst im letzten Moment habe das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) eingegriffen und den Wagen wieder beherrschbar gemacht. Im richtigen Straßenverkehr hätte es zu einem Überschlag kommen können, bilanzierte das Magazin am Dienstag und sprach eine klare “nicht kaufen”-Empfehlung aus.

Toyota teilte mit, der Geländewagen entspreche den Sicherheitsanforderungen der USA. Gleichzeitig versprach das Unternehmen, den Test des Magazins wiederholen zu wollen. Der japanische Hersteller steht unter enormem Druck wegen seiner Pannenserie. Klemmende Gaspedale, rutschende Fußmatten und kurzzeitig aussetzende Bremsen sollen alleine in den USA 52 Menschen das Leben gekostet haben. Weltweit ruft Toyota 8,5 Millionen Wagen zurück, in den USA rollt eine Klagewelle auf Toyota zu.

Die Regierung in Washington ist zudem fest entschlossen, den Hersteller wegen der Qualitätsmängel zur Rechenschaft zu ziehen. Die Japaner sollen die Rekordstrafe von 16,4 Mio. $ zahlen. Verkehrsminister Ray LaHood wirft Toyota vor, das Problem der klemmenden Gaspedale vier Monate lang verschwiegen zu haben. Spätestens Ende September 2009 habe der Hersteller davon gewusst, lautet der Vorwurf.

Der Bericht dürfte die Kritik an dem japanischen Unternehmen in den USA befeuern. Generell neigen Geländewagen eher zum Kippen als Autos mit einem niedrigeren Schwerpunkt. Das ESP ist dazu da, das Umfallen zu verhindern. Die Verbraucherschützer zeigen den Test im Video auf ihrer Website, die Fahrt mutet nicht lebensgefährlich an.

Der Bericht weckt Erinnerungen an den Elchtest der A-Klasse von Mercedes-Benz. Der Hoffnungsträger der Stuttgarter war 1997 bei einem Ausweichmanöver in Schweden abgehoben. Mercedes musste sich viel Hohn und Spott gefallen lassen, der Ruf litt. Der Hersteller löste das Problem unter anderem mit dem serienmäßigen Einbau des damals noch wenig verbreiteten ESP.