Audi Q7

Bei Audi waren vor allem die sportlichen Geländewagen Q5 und Q7 erfolgreich. - Foto: Audi

Sowohl BMW als auch Mercedes-Benz und Audi verbuchten im Januar Zuwächse bei den Verkaufszahlen jenseits der Marke von einem Fünftel. Auch an dem Ziel, in diesem Jahr neue Absatzrekorde aufzustellen, halten die drei Konzerne fest. Einigkeit herrscht allerdings darüber, dass die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte wohl nachlassen wird; zu stark sind die Monate zwischen Juli und Dezember 2010 gelaufen.

Branchenprimus BMW brachte im Januar insgesamt knapp 105.200 Autos an die Kunden in aller Welt. Dies entspricht einem Plus von 28 Prozent. Besonders gut lief es für die blau-weiße Kernmarke, die sich rund 90.800 Mal (+30 Prozent) verkaufte. Treiber des Zuwachses waren der neue 5er sowie der X3. Für den Stadtflitzer Mini entschieden sich mehr als 14.000 Käufer (+16 Prozent).

Die Volkswagen-Tochter Audi lieferte im ersten Monat des Jahres rund 95.400 Autos aus. Das sind 22,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Erfolgreich waren vor allem die sportlichen Geländewagen Q5 und Q7.

Die Nummer Zwei der Branche, die Daimler-Pkw-Tochter Mercedes-Benz, hatte bereits vergangene Woche die Januar-Verkaufszahlen bekannt gegeben. Mit 89.400 Mercedes-Benz, smart, Maybach und AMG setzten die Stuttgarter gut 23 Prozent mehr ab als im Vorjahresmonat. Die Kernmarke mit dem Stern verkaufte sich – angetrieben von der E- und S-Klasse – 82.700 Mal.

Marktseitig bekamen die Hersteller einmal mehr viel Rückenwind aus China. Seit nunmehr fast anderthalb Jahren brummt im Reich der Mitte die Nachfrage nach voll ausgestatteten und somit teueren Oberklasseautos. BMW und Mercedes-Benz verbuchten im Januar dort hohe zweistellige Zuwachsraten, Audi legte immerhin um etwa ein Drittel zu und konnte damit die Marktführerschaft verteidigen.

Auch in den USA, wo sich der Markt nach und nach stärker von der Krise erholt, konnten die drei deutschen Traditionsunternehmen deutlich wachsen; BMW und Audi um rund ein Fünftel, Mercedes-Benz um etwa 11 Prozent. In Europa – besonders auf dem deutschen Heimatmarkt – hielt der Aufwärtstrend aus den letzten Monaten des vergangenen Jahres ebenfalls an.

“Das neue Jahr hat für uns erfolgreich begonnen. Wir konnten sowohl in Europa, Amerika und Asien als auch in Afrika deutlich zulegen”, sagte BMW-Vertriebschef Ian Robertson. Sein Pendant bei Audi, Peter Schwarzenbauer, erklärte, aufgrund der aktuellen Auftragslage sei mit einem starken ersten Quartal zu rechnen.

Robertson warnte aber vor allzu großer Euphorie: “In der zweiten Jahreshälfte wird das Wachstumstempo aufgrund von Basiseffekten etwas moderater ausfallen”, so der Manager. Zwischen Juli und Dezember 2010 hatte sich die Branche deutlich besser geschlagen als erwartet. Viele Hersteller und Zulieferer strichen sogar die Weihnachtsferien und haben trotzdem ihre liebe Not, die Nachfrage zu bedienen.

Trotz der erwarteten Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte peilen die deutschen Luxusautobauer 2011 allesamt Rekorde bei den Verkaufszahlen an. Audi will den Absatz um gut ein Zehntel auf 1,2 Millionen Wagen steigern, BMW in diesem Jahr mehr als 1,5 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkaufen. Und der dritte im Bunde, die Daimler-Tochter Mercedes-Benz, will den bisherigen Bestwert aus dem Jahr 2007 von knapp 1,29 Millionen Autos knacken.

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