FCA Werk Goiana

Junger Personalstamm: Im Werk Goiana stammen 80 Prozent des Personals aus der Pernambuco-Region. Das Durchschnittsalter liegt bei 30 Jahren. – Bild FCA

Eigentlich dürfte Stefan Ketter, Produktionsvorstand bei Fiat Chrysler Automobiles, keine Nacht mehr ruhig schlafen. Die neue Produktion läuft zu einer Zeit an, in der es auf dem Markt in Brasilien rasant abwärts geht. Erst 2017, so glauben die Experten des Prognose-Spezialisten IHS, werden sich die Werte wieder stabilisieren. Doch die Entscheidung, neben der Produktion in Brasiliens Süden ein weiteres Werk zu bauen, war schon 2010 gefallen. Nun läuft das Werk hoch. Und das, obwohl der brasilianische Herstellerverband Anfavea die Absatzprognose für das Gesamtjahr 2015 von -13,2 Prozent auf -20,6 Prozent (2,779 Millionen Einheiten) senkte. Das gilt auch für die Produktion. Hier korrigierte man das ursprünglich angenommene Minus von 10 Prozent auf nun minus 17,8 Prozent und nur noch 2,58 Millionen gebaute Fahrzeuge.

Das ficht Ketter jedoch nicht an. Der Grund: Das neue brasilianische Werk ist ein Vorzeigeobjekt für den italienisch-amerikanischen Hersteller FCA und dient als Blaupause für weitere Produktionen. Dafür rekrutierte Ketter in der Planungsphase 200 Experten. Das Ziel der Runde: Die Realisierung nicht nur eines Werkes, sondern eines Musterwerks von FCA, das mit der modernsten und flexibelsten Produktionstechnik glänzt, und der Maßgabe, Mensch und Maschine optimal zu kombinieren.
Heute steht im brasilianischen Goiana in der Tat das fortschrittlichste Werk innerhalb des FCA-Reiches und soll es, laut Ketter, auch auf absehbare Zeit bleiben. “Goiana ist so eine Art Mutter-Werk für andere Werke, beispielsweise in China, Indien und auch in den USA”, sagt Stefan Ketter im Gespräch mit der AUTOMOBIL PRODUKTION vor Ort.

Neben dem Jeep Renegade sollen bald noch zwei weitere Modelle basierend auf der sogenannten Small-Wide-Plattform vom Band rollen: Im Oktober startet die Produktion eines noch geheimen Pick-up-Modells von Jeep in der Größenordnung zwischen Fiat Strada und Toyota Hilux. Und im Januar 2016 soll ein Fiat-Modell dazukommen. Aber alles eigentlich noch streng geheim.

Das gesamte Interview mit Stefan Ketter und die Bedeutung des neuen Werks in Goiana lesen Sie hier.

Bettina Mayer