GM-Chefin Mary Barra

Barra lehnte ab, auf die Frage zu antworten, ob sie die Angelegenheit direkt mit Trump besprochen habe. Bild: GM

 Produktionsentscheidungen und Investitionen in die Werke würden lange vor Produktionsaufnahme getätigt und könnten nicht so einfach rückgängig gemacht werden. "Das ist ein langfristiges Geschäft mit hochkapitalintensiven Investitionen und die Entscheidungen wurden vor zwei, drei und vier Jahren getroffen", sagte Barra.

Ford beugt sich dem Druck

Trump hatte den größten US-Autohersteller wegen der Importen aus Mexiko angegangen. Der Konzern solle in den Vereinigten Staaten produzieren oder höhere Steuern zahlen, so Trump. Konkret sind dem künftigen Präsidenten in Mexiko die gefertigte Modelle des Chevy Cruze ein Dorn im Auge. Neben GM richtete sich die Kritik bisher aber auch gegen Ford und Toyota.

Ford hat sich der Kritik mittlerweile gebeugt und erst vor einigen Tagen angekündigt, auf ein neues Werk in Mexiko zu verzichten, und hat den Plan für eine 1,6 Milliarden Dollar teure Fabrik gekippt. Stattdessen will Ford nun 700 Millionen Dollar in eine bestehende Fertigungsstätte in Flat Rock im US-Bundesstaat Michigan investieren. Allerdings erklärte Ford-Chef Mark Fields den Schwenk mit "Geschäftsentscheidungen", welche nicht durch den Druck von Trumps entstanden seien.

Am Sonntagmorgen gab Fiat Chrysler Automobiles bekannt, dass 2.000 Arbeitsplätze in zwei Fabriken in den US-Bundesstaaten Michigan und Ohio entstehen sollen. Das Unternehmen will bis 2020 eine Milliarde Dollar in die Standorte investieren. Dadurch will der Autobauer nun seine "Verpflichtung zur Stärkung seiner Produktionsbasis in den USA demonstrieren".

GM-Chefin Barra sagte weiter, es sei "noch zu früh, darüber zu spekulieren, welche möglichen Auswirkungen eine künftige Grenzsteuer haben könnte." Sie betonte, der Autohersteller habe viel mehr gemeinsame als unterschiedliche Ansichten mit Trump und sie wolle "Teil der Lösung sein, die es dem Land ermöglicht, durch die Wirtschaft gestärkt zu werden". Barra lehnte allerdings ab, auf die Frage zu antworten, ob sie die Angelegenheit direkt mit Trump besprochen habe. Das Wall Street Journal berichtete am Sonntag, dass Barra mit dem designierten Präsidenten nach dessen kritischem Tweet auf Twitter telefoniert habe. Informierte Personen sagten, es habe sich um ein "herzliche Konversation" gehandelt.

VW hat keine Angst

Volkswagen-Markenvorstand Herbert Diess sagte in Detroit auf einer Veranstaltung, er befürchte nicht, dass Volkswagen das nächste Ziel der Trump-Kritik bezüglich der Autoproduktion in Mexiko werde. "Nein, ich habe keine Angst", sagte der Manager auf die Frage, ob er sich Sorgen mache, dass Trumpf auch Volkswagen auf Twitter ins Visier nehme. Volkswagen werde seine derzeitige Fertigung in Mexiko beibehalten. "In den USA sind wir wirklich gut aufgestellt", sagte er mit Verweis auf das VW-Werk in Chattanooga im US-Bundesstaates Tennessee und ergänzte, "eine Autoproduktion wäre woanders wahrscheinlich billiger gewesen".