FCA: Jeep-Fertigung in Belvidere, Illinois

FCA: Jeep-Fertigung in Belvidere, Illinois: Knackpunkt bei den Tarifverhandlungen ist die extrem unterschiedliche Bezahlung von alteingesessenen und jüngeren Arbeitern. Bild: FCA

Die UAW hat das Abstimmungsergebnis allerdings noch nicht offiziell bekannt gegeben. Einer Sprecherin zufolge soll das endgültige Ergebnis am Donnerstagvormittag (1.10. Ortszeit) veröffentlicht werden.

Es ist das erste Mal seit 30 Jahren, dass UAW-Mitglieder einen unverbindlichen landesweiten Tarifvertrag abgelehnt haben. Das zeigt, wie unzufrieden die Arbeiter mit der Konzernleitung sind. UAW-Chef Dennis Williams muss nun an den Verhandlungstisch zurückkehren, um eine Vereinbarung auszuarbeiten, die auch von General Motors Co und Ford Motor Co als Vorlage genutzt werden kann.

Dass der Vorschlag nicht angenommen wird, zeichnete sich bereits am Vorabend ab, als die Arbeiter in einer Fabrik in Illinois ihn rundheraus ablehnten. “Das ist extrem peinlich für die UAW, und ich denke, Williams hat gar keine andere Wahl, als einen neuen Deal auszuhandeln”, sagte Gary Chaison, ein Professor für Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen an der Clark-Universität in Worcester. “Er steckt da echt in der Klemme. Die jüngeren Arbeiter rebellieren.”

Die Arbeiter sind mit dem vorgeschlagenen Vertragswerk insbesondere unzufrieden, weil in ihm ihrer Meinung nach nicht ausreichend klargestellt wird, wann die unterschiedliche Bezahlung von Arbeitern abgeschafft wird. “Seien wir doch einmal ehrlich: Wenn Du und ich am Fließband arbeiten und Du bekommst 28 Dollar und ich bekomme 16 Dollar und wir machen die gleiche Arbeit, dann ist daran nichts fair”, sagte Carl Greenwood, Vorsitzender von UAW Local 685, der die Arbeiter im Werk in Kokomo im US-Bundesstaat Indiana vertritt. Zudem monieren die Arbeiter, dass Konzernchef Sergio Marchionne einen Großteil der Autoproduktion nach Mexiko verlegen will. In den US-Werken sollen dafür verstärkt Pick-ups und SUVs zusammengebaut werden.

Williams hatte gehofft, den Fiat-Chrysler-Vertrag, in dem unter anderem ein Antrittsgeld in Höhe von 3.000 US-Dollar und eine geänderte Version der Zwei-Säulen-Gehaltsstruktur vorgesehen sind, nutzen zu können, um bei den finanzstärkeren Konzernen Ford und GM eine höhere Bezahlung durchsetzen zu können. Doch die Autobauer hatten die Vereinbarung mit Fiat Chrysler bereits als zu teuer bezeichnet und erklärt, dadurch wären sie nicht mehr wettbewerbsfähig gegenüber ausländischen Herstellern.

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Jeff Bennett und Christina Rogers, Dow Jones Newswires / ks