Autokauf Audi

Verbraucher haben wieder Lust am Autokauf. Mehr als jeder Vierte plant die Anschaffung eines Fahrzeugs. - Bild: dpp/Auto-Reporter.NET

Nachdem der Automobilhandel hierzulande in den vergangenen Jahren mit Kaufzurückhaltung der Konsumenten zu kämpfen hatte, kündigt sich eine Trendwende an.

Dafür wollen die Käufer im Schnitt fast 26.000 Euro hinlegen, wie die Studie “Trends beim Autokauf 2011″ des Mineralölkonzerns Aral ergab. Das sagte der Autor der Studie, Peter Sauermann, am vergangenen Mittwoch in Frankfurt.

Jeder Vierte plant einen Autokauf

Demnach plant jeder vierte Autofahrer (26 Prozent) in den nächsten 18 Monaten einen Autokauf, vor allem Neu- und Jahreswagen seien gefragt (20 Prozent). Vor zwei Jahren wollte sich nicht mal jeder Fünfte (18 Prozent) einen Wagen zulegen.

Das ergab die zum fünften Mal aufgelegte Studie, bei der potenzielle Autokäufer nach ihren Präferenzen in den kommenden 18 Monaten befragt wurden. Ermittelt wurden zudem Rabatterwartungen, Markenvorlieben und Einstellung zum Elektroauto. Vorgestellt wird erstmals auch das Wunschauto 2012.

Mit zunehmender Lust auf einen Autokauf ermittelte die Studie eine geringere Rabatterwartung. Sie sinkt von 14 auf zwölf Prozent. Wird die Erwartung allerdings enttäuscht, würden 50 Prozent der Befragten die Marke wechseln oder auf einen Kauf verzichten. Autohändler könnten in den nächsten 18 Monaten also wieder zusätzliches Geschäft generieren, es aber auch genauso schnell wieder verlieren, so das Fazit.

VW liegt in der Gunst ganz vorn

Bei der Wahl der Marken verteidigt Volkswagen seine Position als unangefochtene Nummer eins. 19 Prozent der Befragten wollen beim nächsten Autokauf einem Modell der Wolfsburger den Vorrang geben. Allerdings büßte VW im Vergleich zur Befragung 2009 drei Prozentpunkte ein. Dabei ist die Konkurrenz im eigenen Haus; abgewanderte Kunden interessiert sich laut Studie vor allem für die Konzern-Schwestermarken Skoda und SEAT.

Mit einem geringen Anstieg von acht auf neun Prozent schafften die Rüsselsheimer den Sprung auf Platz zwei, denn Mercedes stagniert bei acht Prozent und rutscht einen Rang ab. Platz drei teilen sich die Stuttgarter mit BMW, denn die Münchener verbuchen einen Anstieg des Kaufinteresses von sechs auf acht Prozent. Hinter Mercedes und BMW folgen Ford (sieben Prozent) und Audi (sechs Prozent).

Interesse an Elektroautos lässt nach

Bei der Antriebsart haben Ottomotoren eindeutig die Nase vorn. Nachdem 2009 nur noch 51 Prozent auf den konventionellen Antrieb setzen wollten, steigerte sich der Anteil um zehn Prozentpunkte auf 61 Prozent. Auch Dieselaggregate erfreuen sich mit einem Anteil von 28 Prozent wieder wachsender Beliebtheit.

Nachgelassen hat die Begeisterung für Autogas. Die Zahl der potenziellen Käufer halbierte sich innerhalb von zwei Jahren von zehn auf nur noch fünf Prozent.

Smart Fourtwo Thumb

Der Reiz beim Elektroauto lässt nach. Ob das auch 2012 so sein wird, liegt auch an den Autoherstellern. - Bild: Daimler

Auch der Reiz des Neuen ist beim Elektroauto teilweise verflogen: Nur noch 28 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, ein E-Auto zu kaufen. Vor zwei Jahren waren es noch 36 Prozent.

Noch sind elektrisch angetriebene Autos eine Seltenheit auf Deutschlands Straßen – mit großem Wachstum auf niedrigem Niveau. Derzeit sind nur 2.300 Elektroautos beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) registriert, von insgesamt 42,3 Millionen zugelassenen Fahrzeugen. Ein Jahr zuvor waren es knapp 1.600.

Wunsch- und Trendauto für 2012

Das Wunschauto des Jahres 2012 zeigt die Vorlieben der Autokäufer für den nächsten Besuch beim Händler. Es ist eine klassische Limousine in Schwarz oder Silber von Volkwagen mit Ottomotor und einem Preis von 25.962 Euro. Das Trendauto repräsentiert die größten prozentualen Zugewinne in den Punkten Karosserieform, Marke, Farbe und Ausstattung im Vergleich zur Befragung 2009: Es ist ein Skoda Combi in Weiß mit reichlich Extras.

Kraftstofferbrauch wird weiter sinken

Der Verbrauch von Kraftstoffen geht indes zurück und wird in den nächsten Jahren weiter sinken. Bis 2025 rechnet der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) noch einmal mit einem Rückgang des Otto-Kraftstoffabsatzes um ein Drittel auf 12,4 Millionen Tonnen in Deutschland. Gründe sind der Wechsel hin zu einem Diesel, sinkende Verbrauchswerte sowie der hohe Preis an den Zapfsäulen, der die Autofahrer zur Zurückhaltung zwingt. Auch der Dieselabsatz dürfte den Einschätzungen zufolge langfristig abnehmen. Bis 2025 rechnen die Experten mit einem Rückgang auf 31,7 Millionen Tonnen im Jahr.

Aktuelle Sorgen um eine mögliche konjunkturelle Eintrübung bildet die Aral-Studie, die auf eine repräsentative Befragung unter rund 1.100 Menschen im März und April zurückgeht, nicht ab. “Es handelt sich hier um eine Momentaufnahme im Erhebungszeitraum”, sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg. “Ob sich die Kaufneigung tatsächlich in Käufe umsetzt, bleibt abzuwarten.”

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dpa-AFX/Auto-Reporter.NET/sr/Guido Kruschke