Chevrolet Silverado breit

Die Hoffnungen des Premiumautobauers BMW ruhen vor allen auf dem Geländewagen X5, der sich in den US wachsender Beliebheit erfreut. - Bild: BMW

Während die Deutschen einen großen Bogen um die Autohändler machen, strömen die Amerikaner in die “Dealerships”. Besonders gerne schlagen sie dann bei Pick-up-Trucks zu.

Chevrolet Silverado

Während die Krise auf dem europäischen Automarkt kein Ende zu kennen scheint, zeigt sich jenseits des Atlantiks ein umgekehrtes Bild: Der Autoabsatz, den manche schon auf hohem Niveau stagnieren sahen, erklomm im Juni erneut ungeahnte Höhen.

Pick-up-Trucks stehen bei den Amerikanern hoch im Kurs

Annualisiert schätzt der US-Hersteller Chrysler die Zahl der Verkäufe auf branchenweit 16 Millionen Fahrzeuge, Marktführer GM geht von 15,8 Millionen aus. Beides wäre ein sehr hoher Wert, im Vormonat erreichten die annualisierten Absatzzahlen lediglich 15,3 Millionen, in Zeiten der Finanzkrise waren auch schon mal kaum mehr als zehn Millionen Autos.

Die Liebe der US-Amerikaner zu großen Autos flammt wieder auf. Im Juni verkauften sich in den Vereinigten Staaten vor allem Pick-up-Trucks glänzend. Fords legendäre F-Serie sowie Chryslers RAM-Trucks legten im Vergleich zum Vorjahresmonat jeweils um 24 Prozent zu; der Chevrolet Silverado lief 29 Prozent besser.

Von dem Pick-up-Boom profitierte keiner der deutschen Hersteller. Der Markt ist fest in der Hand der “Big Three” aus Detroit. Einzig ein paar japanische Autobauer wie Toyota, Honda und Nissan spielen noch eine untergeordnete Rolle.

Die US-Hersteller profitieren dabei von ihrem wieder besseren Image und der aufgefrischten Modellpalette. Ganz allgemein haben die Amerikaner wieder mehr Geld in der Tasche. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Häuserpreise steigen, so dass sich der Durchschnittskunde finanziell besser abgesichert sieht und sich eine teure Anschaffung traut. Deshalb erwarten die Autohersteller eine Fortsetzung des günstigen Verkaufstrends im zweiten Halbjahr.

Paradies für deutsche Autobauer

Auch für die deutschen Autobauer sind die USA gerade das Paradies – vor allem angesichts der schlechten Verkäufe daheim. Audi wurde acht Prozent mehr Wagen los in dem Riesenland, Mercedes-Benz zehn Prozent mehr Premiumkarossen und BMW sogar 25 Prozent mehr Fahrzeuge seiner Kernmarke. In einer ähnlichen Größenordnung wuchs Porsche.

Einzig VW musste einen leichten Rückgang von drei Prozent hinnehmen. Die einzige deutsche Massenmarke in den USA war allerdings in den Jahren zuvor rasant gewachsen – vor allem dank des US-Passats und des kleineren Bruders Jetta. Diese Modelle sowie das neue Beetle Cabrio stachen auch jetzt positiv hervor. VW begründete die Wachstumspause mit dem bereits erzielten hohen Absatzniveau.

Dabei ist Volkswagen im Vergleich zu den großen US-Herstellern ein kleines Licht in den USA. Die knapp 37.000 verkauften Autos der Wolfsburger stehen in Kontrast zu den fast 265.000 von Marktführer GM. Der größte US-Hersteller schaffte ein Verkaufsplus von 6,5 Prozent, Chrysler kam auf über acht und Ford sogar mehr als 13 Prozent. Laut GM sind seit November 2007 nie mehr Autos aus den Werkstoren gerollt als in diesem Juni.

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Dow Jones Newswires/dpa/Guido Kruschke