Cash-Cow: Von der E-Klasse verkaufte Mercedes-Benz USA 47 Prozent mehr als im September 2009. (Bild:

Cash-Cow: Von der E-Klasse verkaufte Mercedes-Benz USA 47 Prozent mehr als im September 2009. (Bild: Daimler)

Der US-Automobilmarkt hat sich im September erholt. Die weltweiten Autobauer haben in dem Monat wieder mehr Fahrzeuge auf die US-amerikanischen Straßen gebracht. Allerdings waren die Verkäufe im September 2009 wegen dem Auslaufen der US-Abwrackpämie “Cash for Clunkers” ungewohnt schwach. Einige Branchenbeobachter hoffen nun, dass die US-Autoverkäufe auch in den letzten drei Monaten des Jahres klettern werden. Jeremy Anwyl, Branchenkenner bei Edmunds.com, dämpfte diese Hoffnung allerdings. Er rechnet nicht damit, dass die Verkäufe das September-Niveau werden halten können. Er sagt für das Gesamtjahr ein Schrumpfen auf 11,3 MillionenFahrzeuge voraus.

Der US-Automobilhersteller General Motors (GM) hat mit 173.155 Fahrzeugen in dem Monat elf Prozent mehr verkauft als im Vorjahr und damit die Erwartung von Branchenbeobachtern übertroffen. In den vier Kernmarken GMC, Buick, Cadillac und Chevrolet kletterte der Absatz um 22 Prozent. Die Verkäufe von GMC erhöhten sich um 42 Prozent auf 25.995 Autos und bei Buick um 36 Prozent auf 12.875 Fahrzeuge. Bei der Marke Chevrolet setzten die Detroiter mit 121.479 Autos 19 Prozent mehr ab. Die Verkäufe bei Cadillac kletterten um elf Prozent auf 12.620 Fahrzeuge.

Der Volumenhersteller Chrysler verkaufte mit 100.077 Autos 61 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit sechs Monaten in Folge hat der Konzern damit mehr verkauft und den zweiten Monat die Marke von 100.000 abgesetzten Fahrzeugen geknackt. Chrysler werde beim Absatz in diesem Herbst weiter an Schwung gewinnen, denn eine Reihe neuer Produkte kommt nun in die Ausstellungsräume der Händler, erklärte Fred Diaz, President und CEO bei Chrysler. Weil Chrysler nur wenige Kleinwagen im Angebot hat, konnte der Konzern im vergangenen Jahr nicht von der Abwrackprämie profitieren.

Ford verkaufte dank der anhaltend regen Nachfrage nach SUVs (+61 Prozent) und Nutzfahrzeugen (+43 Prozent) in dem Monat 160.873 Einheiten nach noch 109.939 im Vorjahresmonat. Bei den Autos wurden bei Ford besonders die Modelle Focus, Fusion und Taurus gewünscht. Von dem Focus setzte Ford 48 Prozent mehr ab und von dem Fusion 47 Prozent.

Von dem Ford Fiesta wurden 3.050 Fahrzeuge verkauft. Ford bietet den Fiesta erst seit kürzerem in den Vereinigten Staaten an. Der Fiesta, eine europäische Entwicklung, gehört zu den Hoffnungsträgern des Konzerns auf dem Heimatmarkt. Das Auto feierte zu Jahresbeginn auf der Auto Show in Detroit seine Nordamerikapremiere. “Der Fiesta ist unser stärkstes Beweismittel, dass unsere weltweite Wachstumsstrategie funktioniert”, sagte Ken Czubay, US Sales Executive von Ford.

Die japanische Toyota erhöhte auf dem US-Markt ihre Verkäufe um 17 Prozent auf insgesamt 147.162 Fahrzeuge. In der Pkw-Sparte wiesen die Japaner einen Absatz von 75.670 Autos aus, ein Plus von 8,5Prozent. Toyota hob besonders die starke Nachfrage nach dem Camry und dem Camry Hybrid hervor, von beiden zusammen wurden 30.769 Fahrzeuge an die Kunden gebracht. Das waren 19,5 Prozent mehr als im September 2009.

Volkswagen verkaufte im September mit 19.943 Fahrzeugen 14,9Prozent mehr als im September 2009. Besonders nachgefragt war bei den US-Kunden das VW-Modell “Jetta”. Insgesamt setzten die Wolfsburger von dem Modell 10.769 Fahrzeuge ab, das waren damit 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Seit August 2009 sei dies der beste Verkaufsmonat für den Jetta gewesen, erklärte die Volkswagen of America. Von dem Passat verkaufte Volkswagen 10,6 Prozent und von dem Tiguan 49,7 Prozent mehr. Weniger gut ist allerdings der New Beetle angekommen, hier gingen lediglich insgesamt 1.012 Fahrzeuge an die Kunden, 39 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der Luxusautobauer Porsche verkaufte im September mit 1.971 Einheiten 25 Prozent mehr als im September 2009. Der neue Cayenne sei in den USA in dem Monat erneut die am meisten verkaufte Baureihe von Porsche gewesen, erklärten die Stuttgarter. 808 Kunden hätten sich für den sportlichen Geländewagen entschieden, was einem Zuwachs von 51 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres entspricht. In der Mittelmotor-Baureihe verkaufte Porsche 153 Fahrzeuge des Modells Boxster und damit ein Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Beim Sportwagenklassiker 911 musste Porsche allerdings mit 325 ausgelieferten Fahrzeugen einen Rückgang von 55 Prozent hinnehmen.

Daimler erhöhte den US-Absatz mit seiner Kernmarke Mercedes-Benz um 22 Prozent auf 20.666 Fahrzeuge. Von der E-Klasse verkaufte Mercedes-Benz USA 47 Prozent mehr mit 5.608 Fahrzeugen. Ladenhüter war erneut der kleine Stadtflitzer Smart, von dem die Stuttgarter nur 422 Fahrzeuge an den Kunden gebracht haben. Das bedeutet ein Rückgang von 48,2 Prozent zum Vorjahresmonat.

US-Automobilabsatz – September 2010 === September 2010 2009 Veränderung gg Vj in %

AUDI 8.151 7.209 +13,1%

MERCEDES-BENZ USA -Marke Mercedes Benz 20.666 16.985 +21,7% -Marke smart 422 814 -48,2%

VOLKSWAGEN 19.943 17.358 +14,9% PORSCHE 1.971 n.V. +25%

BMW 23.112 19.175 +20,5% davon Marke BMW 18.228 15.047 +21,1% davon Marke Mini 4.884 4.128 +18,3%

CHRYSLER 100.077 62.197 +61%

FORD 160.873 109.939 +46,3%

GENERAL MOTORS 173.155 156.673 +10,5% vier Kernmarken 172.969 141.691 +22,1%

HONDA 97.361 77.229 +26,1%

TOYOTA 147.162 126.015 +16,8% davon Marke Lexus 16.948 17.939 -5,5

NISSAN 74.205 55.393 +34% davon Marke Infiniti 8.305 6.610 +25,6% – Zahlen absolut n.v. – nicht verfügbar === ) Dow Jones Newswires