Das US-Geschäft lief im November 2010 gut: Insbesondere SUVs und Pickups wie der Ford Explorer

Das US-Geschäft lief im November 2010 gut: Insbesondere SUVs und Pickups wie der Ford Explorer (Bild) werden von den amerikanischen Kunden wieder stärker nachgefragt. - Bild: Ford

Allein Toyota konnte vom Aufwärtstrend nicht profitieren und verkaufte weniger Autos. Die drei US-Hersteller legten dagegen zwischen zwölf und 20 Prozent zu, wobei Ford erneut die Nase vorn hatte.

Rechnet man bei Ford die Vorjahreszahl der inzwischen verkauften Marke Volvo heraus, so steigerte die Nummer zwei am US-Automarkt ihren Absatz um fast ein Viertel auf fast 147.000 Einheiten. GM setzte knapp 169.000 Autos ab und damit zwölf Prozent mehr als im November 2009. Ohne die inzwischen aufgegebenen oder verkauften Marken Pontiac, Saturn, Hummer und Saab läge die Steigerung sogar bei 20 Prozent.

Chrysler setzte 17 Prozent mehr Autos ab, liegt mit gut 74.000 Einheiten aber nur knapp vor Nissan auf Platz fünf der Verkaufsstatistik. Während Nissan und Honda deutlich zweistelliges Wachstum verbuchten, verkaufte Toyota mit knapp 130.000 Einheiten 3,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Japaner leiden noch immer unter dem ramponierten Image, den der Rückruf von acht Millionen Fahrzeugen mit sich brachte, obwohl Toyota die Verkaufsanreize anders als General Motors und Chrysler nicht reduziert, sondern ausgeweitet hat.

Nach den Erhebungen der Marktforscher von Edmunds.com bot Toyota seine Autos im November durchschnittlich mit zehn Prozent mehr Rabatt an als vor einem Jahr. Noch eine andere Entwicklung macht Toyota zu schaffen: Die amerikanischen Verbraucher wenden sich wieder verstärkt den schweren Geländewagen und Pick-ups zu, wo die Japaner weniger stark sind.

Wurden zu Jahresbeginn in den USA noch vornehmlich verbrauchsgünstigere Pkw verkauft, liegt der Anteil von SUV und Light Trucks mittlerweile bei über 50 Prozent. Der Pkw-Absatz ist in diesem Jahr bisher sechs Prozent höher als im Vorjahr, der Absatz von Geländewagen und Light Trucks zog im gleichen Zeitraum jedoch um 17 Prozent an.

Die deutschen Hersteller konnten im November vom Revival der Geländewagen ebenso profitieren wie von ihrem Pkw-Angebot. Vor allem Porsche (+49%), Audi (+38%) und BMW (+30%) zeigten sich stark. Volkswagen verbesserte den Absatz um ein Viertel und profitierte sowohl vom neuen Touareg als auch vom Jetta. Lediglich Mercedes-Benz konnte mit einem Plus von 8,4 Prozent nicht so deutlich punkten, obwohl sich die Geländewagen nahezu durchweg erheblich besser verkauften.

GM-Verkaufsdirektor Jim Burnell wertete die Verkaufszahlen im November als Beleg dafür, dass die US-Konjunktur weiter Tritt gefasst habe. Neben den Pick-ups seien es vor allem die Flottenverkäufe gewesen, die den Absatz von General Motors beflügelt hätten. Firmenkäufe machten im November 28 Prozent des gesamten GM-Absatzes aus.

In Zwölfmonatssicht lag der US-Autoabsatz per Ende November wie im Vormonat bei etwa 12 Millionen Einheiten. So gut sah der Automarkt in Amerika erst zum zweiten Mal in diesem Jahr aus.

gw/Dow Jones Newswires