Audi Q5 breit

Die SUV-Modelle Q5 (Bild) und Q7 kurbeln beim deutschen Oberklassehersteller Audi weiter den Absatz in den USA an. - Bild: Audi

Der wichtige US-Automarkt hat im März sein hohes Tempo gehalten. Für die amerikanischen “Big Three” war es der beste Monat seit fünf oder sechs Jahren. Doch auch deutsche Autobauer punkten.

GM-Verkaufschef Kurt McNeil führte den Verkaufszuwachs am Dienstag auf eine allgemein bessere Wirtschaftslage sowie neue Modelle zurück.

Die Opel-Mutter sowie der Erzrivale Ford wurden jeweils sechs Prozent mehr Wagen los als im Vorjahresmonat, Chrysler fünf Prozent. Auch VW profitierte von der Kauflaune der Amerikaner, wobei der Zuwachs mit drei Prozent vergleichsweise bescheiden ausfiel. Volkswagen hatte seine Verkäufe im Land im vergangenen Jahr um 35 Prozent gesteigert, besonders dank seines neuen US-Passat.

Feierlaune im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Anders als in Europa sind die Autobauer in den USA in Feierlaune. “Das wird bei weitem das beste Jahr, das wir nach der Rezession gesehen haben”, sagte Toyota-Manager Bob Carter der Nachrichtenagentur dpa auf der gerade laufenden Auto Show in New York. Die Kunden ließen sich nicht einmal von den Budget-Streitereien in Washington beirren. «Das Verbrauchervertrauen ist gestiegen.»

Toyota hatte erst jüngst seine Marktprognose angehoben. Der japanische Autobauer geht nun davon aus, dass in diesem Jahr in den USA 15,3 Millionen Wagen verkauft werden. Sogar 16 Millionen hält Carter in absehbarer Zukunft für erreichbar. “Nicht 2013, aber es ist kurz danach durchaus möglich.” Im vergangenen Jahr hatten die Hersteller 14,5 Millionen Fahrzeuge abgesetzt.

Jonathan Browning

Eher mau sah es für die asiatischen Autobauer aus. Aber auch hier lohnt ein zweiter Blick: Der weltgrößte Hersteller Toyota kam im März in den USA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar nur auf ein Plus von einem Prozent.

Das reichte aber schon für einen neuen Rekord: Es war der beste Monat seit August 2009, als die US-Regierung mit einer Art Abwrackprämie die darbenden Absätze der Fahrzeughersteller ankurbelten. Gut 205.000 Kunden entschieden sich im März für einen Toyota. Im Vergleich zum schwachen Februar war das dann doch ein ordentlicher Anstieg um 23 Prozent.

Geländelimousinen und A4 treiben Audis Absatz

Die SUV-Modelle Q5 und Q7 kurbeln beim Oberklassehersteller Audi weiter den Absatz in den USA an. Im März legte die VW-Tochter um gut 14 Prozent auf rund 13.250 verkaufte Autos zu. Bei der kleineren Geländelimousine Q5 ging der Absatz dabei um knapp 40 Prozent auf 3.100 Stück nach oben, der größere Q7 legte um mehr als die Hälfte auf knapp 1.100 Stück zu. Meistverkauftes Modell bleibt aber der Audi A4, bei dem der Absatz um ein Fünftel auf knapp 4.000 Stück zulegte.

VW kommt nur noch langsam vorwärts

Europas größter Autobauer VW kommt in den USA nur noch mit kleinen Schritten voran. Im März brachten die Wolfsburger gut 37.700 Neuwagen ihrer Kernmarke Volkswagen auf die Straße und damit nur gut drei Prozent als ein Jahr zuvor.

Auch der Ausblick ist lediglich verhalten optimistisch: VW-USA-Chef Jonathan Browning rechnet in den nächsten Monate mit “moderatem” Wachstum. Im Gesamtjahr 2012 hatte VW noch um rund ein Drittel zugelegt, Anfang dieses Jahres hatte sich das Wachstum dann spürbar verlangsamt. In den ersten drei Monaten legte VW insgesamt um vier Prozent zu.

Das meistverkaufte Modell bleibt der VW Jetta, der mit 15.000 Autos auf dem Niveau des März 2012 blieb. Die Passat-Verkäufe schrumpften um 5 Prozent auf gut 9.500 Stück. Deutlich bergauf geht es indes mit dem SUV-Modell Tiguan und dem Beetle.

Porsche bleibt weiter auf Rekordjagd

Im März setzte die Stuttgarter Sportwagenschmiede knapp 3.500 Autos ab und damit gut 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. In den ersten drei Monaten kommt Porsche damit auf 9.650 verkaufte Wagen – über ein Drittel mehr als im ersten Quartal 2012. Neben dem Zugpferd Cayenne legte auch die 911er-Reihe kräftig zu: Sie konnte ihren Absatz auf 990 Stück mehr als verdoppeln.

BMW-Verkäufe steigen wieder

Nach einem durchwachsenen Jahresstart hat BMW seinen US-Absatz im März wieder kräftig gesteigert. Mit knapp 33.150 Autos brachten die Münchner gut elf Prozent mehr Neuwagen auf die Straße als vor einem Jahr. Dabei legte die Marke BMW mit gut 13 Prozent sogar noch etwas stärker zu, die Tochter Mini steigerte ihre Verkäufe dagegen nur um 3,5 Prozent. US-Chef Ludwig Willisch erwartet für die nächsten Monate noch mehr Schwung beim Absatz.

Nachdem BMW 2012 seine Verkäufe um 14 Prozent auf fast 350.000 Stück gesteigert hatte, war der Absatz im Februar erstmals seit einem halben Jahr leicht gesunken. In den ersten drei Monate zusammen legten die Verkäufe um gut vier Prozent zu.

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dpa/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke